Thomas Fox führte 432 Tage die Geschäfte von Karstadt.

Karstadt

Wie es mit dem "Visionsriesen und Umsetzungszwerg" nach oben geht

Auf einem guten Kurs sieht Ex-Karstadt-Chef Thomas Fox die einst insolvente Warenhauskette. "Karstadt ist heute nicht mehr der Kranke", erklärte er gegenüber der "Financial Times Deutschland" und gab damit erstmals ein offizielles Statement der Konzernspitze zur Situation des Unternehmens seit der Übernahme durch den Investor Nicolas Berggruen ab. "Die Umsätze steigen schneller als erwartet, und das Unternehmen verdient Geld. Damit wird auch der Spielraum für Investitionen größer."

Der von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg eingesetzte und auf Sanierung spezialisierte Unternehmensberater stand 432 Tage an der Spitze Karstadts. Seit einer Woche liegt die Geschäftsführung allein bei Andrew Jennings. Dieser wollte sich laut Zeitung nicht äußern. Dafür sei aber eine gemeinsame Sprachregelung für seinen Vorgänger getroffen worden.

In dem seit Oktober laufenden Geschäftsjahr, so Fox weiter, wachse Karstadt stärker als geplant. Zahlen nannte er dazu jedoch nicht. "Wir haben außerdem die Ertragskraft erheblich gestärkt, vor allem durch zwei Maßnahmen: durch geänderten Produktmix und bessere Disposition. Dadurch wurden die Abschriften verringert."

Fox räumte zwar auch einen konjunkturellen Rückenwind ein, insgesamt habe sich aber auch das Unternehmen gewandelt. "Es hat ein umdenken bei den Menschen in der Organisation eingesetzt. Die Einsicht in die Notwendigkeit zur Veränderung ist da." Die Angestellten könnten sich wieder um Ware und Kunden kümmern, anstatt um wechselnde Strategien. "Karstadt war immer ein Visionsriese und ein Umsetzungszwerg", führte Fox fort. "Jetzt ist es wieder ein reiner Warenhauskonzern mit einer Führung, die ihr Geschäft in allen Dimensionen versteht. Karstadt gehört nur noch einem Mann und hat keinen Euro Bankschulden."

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