Patrik Bernstein hat positive Nachrichten von Interlübke.

Interlübke

Turnaround zum Jubiläum

Mit Interlübke geht es aufwärts: „Das vorläufige Geschäftsergebnis für das erste Halbjahr 2017 lässt uns ein Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum im zweistelligen Prozentbereich erwarten“, sagt Geschäftsführer Patrik Bernstein. Vor fünf Jahren hatte das Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Es folgte die Konsolidierung mit neuen Inhabern und einer neuen Geschäftsführung. Seit August 2016 leitet der Schwede Patrik Bernstein das operative Geschäft. Rechtzeitig zum 80. Geburtstag des Unternehmens hat er den Turnaround eingeleitet und rüstet Interlübke für weiteres Wachstum.

Bereits im Rahmen der „imm cologne“ Anfang des Jahres hatte das deutsche Traditionsunternehmen die Geburtstagsfeierlichkeiten eingeläutet: Leo Lübke, Cor, und ehemaliger Geschäftsführer und Mitglied der Unternehmerfamilie, die Interlübke von 1937 bis 2014 leitete, sprach im Rahmen einer Feier über die lange Firmentradition. „Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander und versuchen zusammen zu arbeiten, wo wir können“, sagt Patrik Bernstein. Er macht keinen Hehl daraus, dass die Tradition von Interlübke auch heute noch extrem wichtig für das Unternehmen ist. „Die Marke hat bei Endverbrauchern sowie dem Fachhandel immer noch einen sehr positiven Ruf. Die Turbulenzen der vergangenen Jahre gilt es nun in Rückbesinnung auf unsere Grundwerte ‚Design‘ und ‚Qualität‘ sowie mit erfolgreichen zukunftsorientierten Maßnahmen vergessen zu machen.“

Eine dieser Maßnahmen ist ein ausgewogenes Exportgeschäft, mit dem das Risiko etwaig einbrechender Märkte abgefangen werden kann. „Deutschland, Österreich und die Schweiz werden auch in Zukunft unsere wichtigsten Absatzmärkte sein. Derzeit gewinnt aber zum Beispiel auch der asiatische Markt stark an Bedeutung“, so der Interlübke-Geschäftsführer. Er verzeichne unter anderem einen spürbaren Anstieg an projektbezogenen Aufträgen von Stadtentwicklern in Shanghai und anderen chinesischen Metropolen, in denen das Design des deutschen Möbelherstellers gefragt ist. „Diese Art von Aufträgen hilft uns, hier in unsere Produktion und unseren Vertrieb zu investieren. In Zukunft möchten wir im deutschen Fachhandel noch stärker auftreten“, kündigt Bernstein an. Derzeit präsentiert sich die Marke mit einem ausgewogenen Produktportfolio vor allem aus Schränken, Regalen und Kommoden wie dem in diesem Jahr erfolgreich eingeführten Sideboard „jorel“. Demnächst soll unter anderem das neue Bettsystem „izzy“ die Schlaflösungen des Unternehmens wirtschaftlich auf eine Stufe mit den anderen drei Kastenmöbeln heben. „Wir möchten die Bereiche Wohnen und Schlafen umfassend abdecken, daher macht es Sinn, unseren Fokus für den Fachhandel auf diese vier Möbelarten zu richten“, so der Geschäftsführer. Die wichtigste Zielgruppe sei dabei auch weiterhin die Altersklasse 40+ im eher gehobenen Segment. Für das Möbeldesign sollen in Zukunft verstärkt auch internationale Designer einbezogen werden. „Da waren wir in der Vergangenheit sehr deutschlastig“, so der Schwede, der jedoch Internationalität nicht über Qualität und Kreativität der Entwürfe stellt. „Wir suchen die Designer aus, die die Philosophie von Interlübke mittragen können.“

Personell sieht Patrik Bernstein das Unternehmen mit 160 Mitarbeitern gut aufgestellt und bricht zugleich eine Lanze für den traditionellen Produktionsstandort in Ostwestfalen, an dem derzeit der Showroom des Unternehmens ausgebaut wird. „Wir wollen in den kommenden Jahren wirtschaftlich wachsen, aber kein Großunternehmen werden. Unsere Möbel-Maßschneiderei und hochwertige Oberflächenbearbeitung, mit denen wir allen individuellen Kundenwünschen gerecht werden möchten, erfordern viel Handarbeit und die jahrelang erarbeitete Kompetenz des bestehenden Teams hier in Rheda-Wiedenbrück. Darauf bauen wir auf und bleiben lieber klein und fein sowie vor allem profitabel.“ Ganz bescheiden möchte Bernstein dann auch in diesem Jahr noch den Fachhandel anlässlich des 80. Geburtstags auf eine Currywurst einladen – „oder was auch immer man hier in Ostwestfalen isst“, scherzt er. Es ist offensichtlich: Der Schwede, der früher gar nichts mit Möbeln zu tun hatte, ist bei Interlübke angekommen und möchte nach eigener Aussage so schnell auch nicht wieder gehen. Der aktuelle Erfolg gibt ihm und seiner Arbeit Recht.

Diese Seite teilen