Ikea plant in Lübeck auf 60.000 qm ein Einrichtungshaus, ein Einkaufszentrum und ein "House of Living" zu errichten.

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Kompromiss hält die Schweden in Lübeck

Zu Beginn der Woche auf Eis gelegt, kann Ikea sein geplantes Großprojekt in Lübeck jetzt wieder auftauen. Der Grund: Laut der "Deutschen Presseagentur" einigten sich der Möbel-Multi, Innenminister Klaus Schlie (CDU) und Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) in ihren heutigen Verhandlungen auf einen Kompromiss. Dieser sieht vor, dass die Schweden auf keinen der für ihr Shopping-Center, dem "House of Living" und dem eigenen Einrichtungshaus anvisierten 60.000 qm verzichten müssen. Die Landesregierung nimmt die vorgesehenen Streichungen von 2.300 qm für Lebensmittel, Getränke, Drogeriewaren, Wohnaccessoires, Glas, Keramik und Geschenkartikel zurück, während Ikea im Gegenzug auf einen eigenständigen Drogeriemarkt verzichtet. Dem geänderten Konzept müssen jetzt noch die internen Gremien zustimmen. Dann könnte das Shopping-Center 2012 eröffnet werden.

Beim Einzelhandelsverband Nord stößt der Kompromiss unterdessen auf Kritik. "Es ist bezeichnend, dass bei den heutigen Gesprächen in Kiel lediglich der Investor und die

Hansestadt, nicht jedoch die betroffenen Umlandgemeinden mit am Tisch saßen", erklärte dazu Regina Schroeder, Bezirksgeschäftsführerin für die Region Lübeck. Der Verband wolle sich Investitionen und Arbeitsplätzen nicht in den Weg stellen. "Wir haben von Beginn an das Ikea-Einrichtungshaus mit dem V&B-House-of-Living als große Chance für die Region befürwortet. Doch die Standorte der Region werden in den nächsten zwei Jahren mit über 140.000 qm zusätzlicher Verkaufsfläche in Lübeck konfrontiert", führt sie die Bedenken fort. "Wir rechnen mit gravierenden Veränderungen der Handelslandschaft in Schleswig-Holstein, wenn alle Vorhaben wie derzeit geplant umgesetzt werden. Opfer dieses Verdrängungswettbewerbes werden eindeutig die Innenstädte sein."

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