Wie bei Möbel Rieger in Esslingen steht das Geschäft im gesamten deutschen Möbelhandel zumindest stationär weitgehend still.

2. Lockdown

Der Druck nimmt zu – VDM richtet Vorschläge für Öffnungsvorkehrungen an die Politik

Auf mehrere Milliarden Euro summieren sich die Lockdown-bedingten Ausfälle im deutschen Einzelhandel pro Woche. Davon ist zunehmend auch der Möbelhandel betroffen. Denn bisher konnte insbesondere der Fachhandel noch vom hohen Auftragsbestand aus den letzten Monaten zehren. Der Küchenbranche kam die aufgezwungene Verschnaufpause über den Jahreswechsel nicht einmal ungelegen. Doch der Puffer schmilzt nun jeden Tag schneller, wie immer lauter aus der Branche zu hören ist (siehe dazu auch die Kampagne #handelstehtzusammen).

Selbstverständlich steht die Politik vor unbekannten und schwierigen Entscheidungen. Aber die dauerhafte Perspektivlosigkeit bringt die Wertschöpfungskette der Einrichtungsbranche in Gefahr. Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestern formulierte Aussicht, es stünden noch „mindestens zehn harte Wochen“ bevor, klingt so wie ein Drohszenario.

Der Verband der Deutschen Möbelindustrie hat sich nun daran gemacht, der Politik Vorschläge an die Hand zu geben, bevor Bund und Länder wieder zusammentreffen, um das weitere Vorgehen festzulegen. Denn grundsätzlich besteht nach wie vor ein großer Einrichtungsbedarf – etwa im Umfeld von Homeoffice- oder Homeschooling-Situationen oder auch infolge von Umzügen. Deshalb richtet sich VDM-Präsident Elmar Duffner in Abstimmung mit den entsprechenden Handelsverbänden mit einem abgesicherten und gemäß der Infektionszahlen angepassten Öffnungsszenario an die Poltik. Darin werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Maßnahmen für eine abgesicherte Öffnung der Handelsflächen:

  • Vergrößerte Abstandsflächen auf 50 qm Verkaufsfläche pro Kunde
  • Entzerrung der Öffnungszeiten bis in den Abend und am Wochenende
  • Überwachung des Zutritts nur mit medizinischen Masken an den Eingängen
  • Frequenzmessung und Überwachung der Hygienekonzepte

2. Maßnahmen für eine abgesicherte Beratung der geschlossenen Handelsflächen:

  • Bereitstellung von digitalen Möglichkeiten zur Vorabbuchung von individuellen Beratungsterminen im Handel
  • Durchführung von individuellen Beratungsterminen im Handel mit maximal 2 Personen pro Haushalt
  • Begrenzung der individuellen Beratungszeit auf 1 Stunde pro Kunde
  • Zutritt zu den Beratungsflächen nur mit medizinischen Masken
  • Beibehaltung der Click & CollectLösungen

    VDM-Hauptgeschäftsführer Jan Kurth sagt über den Maßnahmenkatalog: „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dieser Mischung aus schon erprobten und neuen weiterreichenden Vorkehrungen das Infektionsrisiko auf ein Minimum reduzieren können. Der Politik wollen wir hiermit das nötige Rüstzeug für ein Öffnungsszenario an die Hand geben.“

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