Graft, Katrina House/New Orleans, 2011, - ein hypothetischer Entwurf für das Pink Project, das - unter der Schirmherrschaft von Brad Pitt - den schnellen Wiederaufbau der zerstörten Wohngebiete in New Orleans fördert, Foto: Katalog NRW-Forum Düsseldorf

NRW-Forum Düsseldorf

Zeigt Ausstellung zu "Container Architektur"

Container stehen für Erfolg oder Misserfolg der Weltwirtschaft - leere Containerschiffe signalisieren Abschwung, volle Containerschiffe oder gar Orders für neue, noch größere Schiffe sind euphorisierende Bilder des Aufschwungs. Das Objekt selbst ist 2,44 Meter breit, 2,59 Meter hoch und 6,06 bzw. 12,192 Meter lang und seit 1956 das weltweit standardisierte Transportmodul. Dreißig Millionen von ihnen sind auf den Weltmeeren unterwegs.

Mittlerweile fasziniert der Container auch die Architekten. Das NRW-Forum Düsseldorf fragte deshalb renommierte Architekten, Designer und Künstler aus aller Welt nach Entwürfen - und erhielt eine wahre Flut an Einreichungen. Bereits realisierte Container-Gebäude und neue Entwürfe, die speziell für die Ausstellung entworfen wurden: originell, praktikabel, fiktiv, sinnvoll, phantasievoll, minimalistisch, exotisch, pragmatisch, futuristisch.

Zwei Dutzend dieser Entwürfe sind ab dem 8. Juni in der Ausstellung "Container Architektur" als Modelle im großen Maßstab 1:5 nachgebaut - das höchste stößt durch die Decke des Museums. Die mehr als 100 Einreichungen unter anderem von Adam Kalkin, Ingenhoven Architects, Massimiliano Fuksas, Luc Deleu, Stefan Sous, Markus Lüpertz laufen als Bildfries rund um die Ausstellungsräume.

[page_break] Warum eine Container-Ausstellung? "Container sind ein Symbol für das Leben und Wohnen in unserer globalisierten, beweglichen, nomadischen Zeit", beschreibt Ausstellungsmacher Werner Lippert seine Beweggründe und zitiert den Ethnologen Hartmut Böhme, der den Container als einen "Fetisch der Moderne" beschreibt, der für Umwälzung, Mobilität und Veränderung steht.

Aus den Frachtkisten entstehen inzwischen Studentenwohnblocks, preisgekrönte Wohnhäuser oder Kreuzfahrtterminals. Sie sitzen als schicke Penthouses auf New Yorker Dächern oder als parasitäre Architekturen auf der Dachlandschaft von San Francisco. Sie stapeln sich zu Wohnhäusern in London oder zu Apartmenthochhäusern in Melbourne. Designer funktionieren sie zu mobilen Wohnungen oder spektakulären stationären Ferienhäusern um. Künstler entwerfen und realisieren Projekte mit und in Containern - so dient eine solche begehbare Skulptur zum Beispiel heute als Brücke über einen Fluss. Der Container wird zum Micro-Haus, zum Schnell-Gebäude das Abhilfe bei Wohnungsnot und Katastrophen schafft, zum temporären Gebäude, zum reisenden Marken-Store, zu einer Idee mit Zukunft.

Zur Ausstellung, die bis 4. September 2011 im NRW-Forum Düsseldorf läuft, erscheint ein über 300 Seiten starker Katalog. Außerdem begleitet die Architektenkammer NRW das Projekt mit einer Vortragsreihe namhafter Experten rund um das Thema Container und Architektur. Unterstützt wird die Ausstellung vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und von der Initiative Stadtbaukultur.

Einige spannende Entwürfe der Ausstellung sehen Sie in unserer Bilderstrecke.

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