Hülsta-Geschäftsführer Andreas Bremmer im Interview

Wie es in Stadtlohn weitergeht

In der Branche herrscht gerade große Aufregung wegen des Verkaufs von Rolf Benz an den chinesischen Investor Kuka Investment and Management. Nach Parador und Ruf trennt sich die Hüls-Gruppe nun vom dritten Unternehmen. Arte M wurde abgewickelt. Auch über die Lage bei Loddenkemper wird geredet. Viele im Handel fragen sich natürlich zu Recht, wie es bei Hülsta weitergeht. moebelkultur.de fragte nach bei Geschäftsführer Andreas Bremmer.

moebekultur.de: Herr Bremmer, wie profitiert Hülsta von dem Verkauf?
Andreas Bremmer:
Die Hüls Gruppe stärkt uns natürlich den Rücken und steht mit Investitionen hinter uns – das ist gut so, denn wir wollen nicht nur den Restrukturierungsprozess abschließen, sondern werden die Marke Hülsta vor allem weiter ausbauen. Wir sind hier auf einem guten Weg, haben innovative Produkte, die Design-Experten und Kunden begeistern – und können ein Umsatzwachstum verzeichnen. Doch wir blicken auch in Richtung von neuen Segmenten, die Hülsta aktuell nicht besetzt. Ausserdem sind Maßnahmen in der Vorbereitung, um den Bekanntheitsgrad der Marke weiter zu steigern. Daran arbeitet unser Team gerade mit voller Kraft – und die ersten Ergebnisse wird man auf den Partnertagen im April sehen können.

moebelkultur.de: Wie steht Hülsta aktuell wirtschaftlich da?
Andreas Bremmer: 
Für das Jahr 2017 haben wir im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Umsatzplus erzielt und auch für 2018 erwarten wir eine weitere Steigerung. Neben dem deutschen Markt entwickeln sich auch unsere Exportmärkte positiv, aktuell beträgt die Exportquote 25 Prozent. Das Geschäft in Osteuropa hat sich sichtlich belebt und die Märkte im Nahen und Mittleren Osten sowie in Indien wachsen. Ohne Frage ist China einer der bedeutsamsten Wachstumsmärkte für unsere Kollektionen, die Hülsta-Möbel „Made in Germany“ sind hier enorm gefragt. Wir arbeiten intensiv mit unserem Team vor Ort an der strategischen Ausweitung unserer Aktivitäten.

moebelkultur.de: Welche Maßnahmen müssen noch getroffen werden, damit der Turn-around bei Hülsta endgültig geschafft ist?
Andreas Bremmer: 
Unsere eingeleiteten Maßnahmen und Investitionen zur Effizienzsteigerung greifen. Aber natürlich sind Prozesse wie die Automatisierung in der Produktion und Digitalisierung auf der gesamten Unternehmensebene noch nicht abgeschlossen und bilden auch für 2018 einen Schwerpunkt in der Restrukturierung. Ein Beispiel sind die Lieferzeiten, an denen wir bereits gearbeitet haben. Verschiedene Programme von Now! by Hülsta liegen bei Händlern heute zum Beispiel auf Lager oder sind in wenigen Tagen verfügbar, aber auch bei Hülsta haben wir die Lieferzeiten deutlich reduziert. Das reicht uns noch nicht – Kunden erwarten künftig noch schnellere Lieferungen. Hier müssen und werden wir als Möbelhersteller noch besser werden.  

moebelkultur.de: Mit welcher Vertriebspolitik wollen Sie künftig am Markt agieren, um verlorenes Terrain zurückzugewinnen?
Andreas Bremmer:
Wir werden die Beziehungen zu unseren Handelspartnern im In- und Ausland deutlich ausbauen und mit unseren Fachhandelskonzepten neue Anreize für den Verkauf unserer Möbel schaffen. Neben überzeugenden Kollektionen für unterschiedliche, teils sogar neue Segmente werden wir auch die Online-Aktivitäten unserer Fachhändler aktiv unterstützen – zum Beispiel durch ein neues Schnell-Lieferprogramm, das auf die Anforderungen des Onlinehandels einzahlt.

moebelkultur.de: Welche positiven Zeichen konnten Sie aus den Partnertagen im Herbst mit ins neue Jahr nehmen?
Andreas Bremmer:
Vor allem den Rückenwind aus dem Handel. Unsere Partner haben uns während und nach der Hausmesse darin bestärkt, dass wir zum Beispiel mit einem Programm wie „Navis“ hervorragende Design-Produkte mit Alleinstellung liefern. Das weiß der Markt zu schätzen. Dass wir als Markenmöbel-Hersteller außerdem weiter in einen hohen Grad der Individualisierbarkeit unserer Produkte investieren, ist für viele ein wichtiger Hülsta-Baustein. Wir haben hier gut zugehört und setzen genau dort an.

moebelkultur.de:Die nächsten Partnertage finden Anfang April statt. Was erwartet den Handel dort.
Andreas Bremmer: Wir werden am Standort in Stadtlohn in intensiven Austausch mit dem Handel gehen und können für Hülsta und Now! by Hülsta mit neuen Programmen aufwarten. Massives Holz rückt in den Fokus, Hülsta-Klassiker bekommen ein Fresh-up und wir bringen neue Farben ins Spiel. Außerdem werden wir den Gedanken unserer im Herbst gezeigten Multi-Talente weiterführen und darauf in anderen Segmenten eingehen. Viele Kollektionen werden so künftig noch besser miteinander harmonieren, Planer haben enorme Möglichkeiten, um individuelle Wünsche zu erfüllen.

moebelkultur.de:Wie sehen die Zielsetzungen für 2018 aus?
Andreas Bremmer: Wir werden die Exportmärkte weiter ausbauen und den stationären Handel im Onlinevertrieb unserer Produkte noch breiter unterstützen. Auch die Zusammenarbeit mit externen Designern hat sich bewährt, um herausragende Produkte zu fertigen, daran halten wir ebenso fest wie an der begonnenen, deutlicheren Differenzierung der Marken Now! by Hülsta und Hülsta. Außerdem investieren wir umfassend in unsere Produktion. Das Ziel unseres gesamten Teams ist klar: Wir wollen Fachhändler und Endkunden gleichermaßen begeistern.

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