Norbert Furche, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Holzwirtschaft und kunststoffverarbeitenden Industrie Bayern-Thüringen.

Oberfränkische Polstermöbelindustrie

Weiter im Plus

Positive Entwicklung: Die oberfränkische Polstermöbelindustrie hat im ersten Halbjahr 2010 ein Plus von 5,1 Prozent erzielt. Wie Norbert Furche, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Holzwirtschaft und der kunststoffverarbeitenden Industrie Bayern-Thüringen, heute anlässlich des Jahres-Wirtschafts-Pressegesprächs der Branche in Coburg mitteilte, liegt der jährliche Gesamtumsatz bei 510 Mio. Euro.

Der Gesamtzuwachs wurde demnach von einem Drittel der Unternehmen getragen. Ein weiteres Drittel verzeichnete gleich bleibende Umsätze, während ebenfalls ein Drittel Umsatzrückgänge verbuchen musste. "Man kann also durchaus von Firmenkonjunkturen sprechen. Jedoch gibt es keine gravierenden Abwärtsentwicklungen bei den beteiligten Firmen, die Besorgnisse auslösen müssten", betonte Furche. Sollte sich der Gesamtumsatz darüber hinaus weiter so wie in den ersten sechs Monaten entwickeln, sei Ende des Jahres sogar noch mit besseren Zahlen zu rechnen. "Diese erstaunliche Entwicklung fußt nach wie vor auf den bekannten Tugenden der oberfränkischen Polstermöbelhersteller: Solide Finanzen, wenig Abhängigkeit von Bankkrediten, sehr gute und firmentreue Mitarbeiterstämme und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis."

Entsprechend der Entwicklung sehen auch die Geschäftserwartungen für das zweite Halbjahr 2010 aus. 17 Prozent der befragten Firmen prognostizierten eine noch bessere Entwicklung und 83 Prozent gaben eine gleich bleibende Geschäftserwartung an. Einbrüche erwartet niemand.

Beim Auftragsbestand konnte ebenfalls eine Verbesserung erzielt werden - um 15,7 Prozent von 5,1 (30.6.09) auf 5,9 Fertigungswochen (31.8.10). Und auch die Umsatzproduktivität zog an. Sie kletterte von 152.980 Euro in 2008 und 156.310 Euro in 2009 im ersten Halbjahr um 3,3 Prozent auf 160.468 Euro. Und auch der Export zeigte Zeichen der Erholung. Die Ausfuhren stiegen in den ersten sechs Monaten leicht um 0,7 Prozent an. Damit verbesserte sich die Exportquote von 22,7 auf 22,8 Prozent. [page_break]

Aktuell arbeiten die Hersteller bedingt durch den Anstieg der Rohstoffpreise an der internen Kostenlage - insbesondere durch eine Straffung der Produktionsabläufe sowie einer Neuausrichtung der Fertigung. Diese Schritte seien nicht zuletzt auch durch die vom Handel geforderten Konditionen nötig, die im 1. Halbjahr 2010 im Vergleich zu 2009 um 3,75 Prozent auf 17,07 Prozent gestiegen sind. Nichtsdestotrotz müssten auf mittlere oder längere Sicht die Produktpreise anziehen. Zwei Drittel der Befragten sehen diesen Schritt für Anfang 2011 vor.

In Kurzarbeit arbeiteten nur wenige Unternehmen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres griffen 25 Prozent der Firmen zu dem Mittel. Auf die Arbeitszeit hatte das jedoch nur geringe Auswirkungen. 4,3 Prozent der Arbeitszeit waren damit belegt.

Bei den Beschäftigten wurde erstmals seit längerer Zeit wieder ein Zuwachs registriert - und zwar von 1,7 Prozent. Sorgen macht den Herstellern allerdings die Ausbildungssituation. Zum einen sei die Zahl der Bewerber aufgrund des Geburtenrückgangs gesunken und zum anderen habe auch die Qualität nachgelassen. Um diese Situation wieder zu verbessern, startet die oberfränkische Polstermöbelindustrie eine breit angelegte Kampagne zur Gewinnung von Arbeitskräften. "Hier sind Initiativen auf den Weg gebracht worden, welche gemeinsam mit den verschiedenen Bildungsträgern, den Jobcentern, der Bundesagentur für Arbeit, den Schulen und den Industrie- und Handelskammern seitens des Verbandes durchgeführt werden", sagte Furche.

Diese Seite teilen