Die GfK ist eines der größten Marktforschungsunternehmen weltweit. Ihre mehr als 11.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforschen, wie Menschen leben, denken und konsumieren. Dabei setzt die GfK auf permanente Innovation und intelligente Lösungen. So liefert die GfK in über 100 Ländern das Wissen, das Unternehmen benötigen, um die für sie wichtigsten Menschen zu verstehen: ihre Kunden. Im Jahr 2011 betrug der Umsatz der GfK 1,37 Milliarden Euro.

GfK-Konsumklimastudie

Wechselhaft wie das Juni-Wetter

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich im Juni uneinheitlich. Während die Einkommenserwartung deutlich und die Anschaffungsneigung leicht zulegen, muss die Konjunkturerwartung einen Stimmungseinbruch hinnehmen. Der Gesamtindikator prognostiziert dennoch für Juli 5,8 Zähler nach 5,7 Punkten im Juni.

Nach drei Anstiegen in Folge erleidet der Konjunkturoptimismus der Bundesbürger im Juni einen deutlichen Dämpfer. Nach einem Minus von 16,6 Punkten weist der Indikator nun einen Wert von 3 Punkten auf. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im Dezember 2011 gemessen. Dies entspricht auch der Einschätzung der gewerblichen Wirtschaft. Die Unternehmen befürchten eine zunehmende Beeinträchtigung ihres Geschäfts durch die Eurokrise. Dementsprechend ist in diesem Monat auch der ifo-Geschäftsklimaindex weiter gesunken.

Vom sinkenden Konjunkturoptimismus bleiben die Einkommensaussichten im Juni verschont. Bislang sehen die Bundesbürger die Gefahren aus dem Ausland offenbar ausschließlich für die Konjunktur generell und weniger für ihre persönliche Situation. Ganz im Gegenteil, der Einkommensindikator kann sogar spürbar zulegen und sein ohnehin schon hohes Niveau noch einmal steigern. Im Vergleich zum Vormonat gewinnt die Einkommenserwartung 8,1 Punkte hinzu und weist nun 40,1 Zähler auf. Hinzu kommt, dass der Inflationsdruck zuletzt nachgelassen hat. Die Preissteigerung für die Lebenshaltung ist im Mai unter die psychologisch wichtige Schwelle von zwei Prozent gesunken. Dadurch sehen die Konsumenten ihre Kaufkraft gestärkt.

Im Sog der stark zunehmenden Einkommenserwartung kann auch die Anschaffungsneigung im Juni leicht zulegen. Mit einem Plus von 0,7 Punkten wird das schon überaus gute Niveau noch einmal übertroffen. Aktuell weist der Indikator 32,7 Punkte auf. Wie bei der Einkommenserwartung ist auch hier die zunehmende Beschäftigung von zentraler Bedeutung. Sie sorgt zum einen für weniger Angst vor Jobverlust und damit Planungssicherheit, was gerade für größere Anschaffungen eine wichtige Rolle spielt. Zum anderen stützt die derzeitige Finanzkrise die Anschaffungsneigung. Durch das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte sowie das historisch niedrige Zinsniveau halten es viele Konsumenten für nicht sehr attraktiv, ihre finanziellen Mittel auf die hohe Kante zu legen. Stattdessen tendieren sie eher dazu, werthaltige Anschaffungen zu tätigen.

Der Gesamtindikator für das Konsumklima prognostiziert für Juli 2012 einen Wert von 5,8 Punkten nach 5,7 Zählern im Juni. Damit wird die Binnenkonjunktur ihrer zugedachten Rolle gerecht, wonach sie in diesem Jahr eine wesentliche Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung sein wird. Dies wird umso wichtiger werden, da sich aufgrund gestiegener Rezessionstendenzen in wichtigen Absatzmärkten Deutschlands die Exporte, die bislang der wesentliche Treiber des Wachstums gewesen sind, vermutlich spürbar abschwächen werden. Die GfK bestätigt ihre Prognose von Beginn dieses Jahres, wonach der private Konsum in Deutschland 2012 real um etwa ein Prozent zulegen wird.

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