Union

Was der Beitritt von KHG bedeutet

Es kann nur spekuliert werden, wie Kurt Krieger mit seiner KGH-Gruppe inklusive Höffner, Möbel Kraft und Sconto zu der Entscheidung gekommen ist, seinen Einkauf künftig nicht mehr als (Quasi)-Einzelkämpfer zu organisieren. Aus Berlin gibt es bislang jedenfalls kein Statement. Aber Finke als alleiniger Sparringspartner, der auf einen Umsatz von 300 Mio. Euro kommt, hat wohl nicht mehr gereicht. Zu groß sind die Herausforderungen im Möbelhandel, um diese auch künftig ohne eine starke Einkaufsgemeinschaft zu meistern. Und immer größer - und das in einem rasanten Tempo - wird XXXLutz bzw. der unternehmenseigene Giga-Verband. Inklusive des Discounters Poco kommt Giga derzeit auf einen Außenumsatz von rund 8,4 Mrd. Euro. Bei weniger als einem Viertel, geschätzt 2,09 Mrd. Euro, liegt der Umsatz der KHG-Gruppe. Es wurde deshalb für den Konzern wohl Zeit, sich, nach dem Austritt bei der Begros Ende 2001, nach immerhin fast 17 Jahren jetzt wieder einer schlagkräftigen Gruppierung anzuschließen. Und gemeinsam mit VME und Union, die zusammen einen Außenumsatz von rund 6,2 Mrd. Euro erreichen, liegt die neue Konstellation in puncto Einkaufsmacht auf Augenhöhe mit den Österreichern.

Doch ganz einfach wird das zusammenwachsen sicherlich nicht. Denn bei der Union treffen starke Persönlichkeiten aufeinander, wie Hans-Joachim Tessner (Roller, Schulenburg, Meda Küchen) oder Kurt Jox, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Tessner Gruppe. Auch Hardeck ist bekannt dafür, den Ton in der Gruppe anzugeben. Und dazu kommt jetzt noch Kurt Krieger, der sich mit seinen über 2 Mrd. Euro Umsatz auch gleich an die Spitze der Unternehmen setzt. Ein weiterer Knackpunkt ist der, dass die Fusion von VME und Union noch nicht vollzogen ist. Diese wird nach und nach vorangetrieben, woran sich Krieger jetzt sicherlich beteiligen wird. Aber noch ist vieles im Fluss. Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass sich, ausgelöst durch diesen hochkarätigen Beitritt bei der Union, jetzt noch einiges in den Verbänden verändern wird. Finke hat bereits signalisiert, nicht allein bleiben zu wollen. Und bei Segmüller führt die neue Konstellation ganz bestimmt auch zu einem Nachdenken darüber, ob es sinnvoll ist, auch künftig seinen Einkauf allein meistern zu wollen.

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