Foto: BSH, Werk in Dillingen

BSH

Warnstreik in Dillingen

Nach Ablauf der Friedenspflicht rief gestern die IG Metall im Tarifkonflikt der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zum Warnsteik auf. Den Auftakt bildete das BSH-Geschirrspülerwerk in Dillingen mit etwa 2.000 Beschäftigten. Seit der Nacht beenden die Mitarbeiter ihre Schicht jeweils eine Stunde früher, so berichtet BR24. Dadurch sollen die Bänder in der Produktion zwischenzeitlich immer wieder stillstehen. Eine Kundgebung hat aufgrund der Corona-Pandemie jedoch nicht stattgefunden.

Die IG Metall fordert unter anderem vier Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Die Arbeitgeber stellen hingegen nach einer Nullrunde in diesem Jahr lediglich eine Einmalzahlung und erst für 2022 eine Lohnerhöhung in Aussicht. Die Gewerkschaft beruft sich auf Statistiken, die eine anhaltend positive Nachfrage nach Einrichtungsgegenständen und auch Geschirrspülern im Zuge des aktuellen „Cocoonings“ belegen und dass es der „BSH zurzeit wirtschaftlich gut gehe“.

2020 seien in Dillingen 2,7 Millionen Geschirrspüler produziert worden. Das seien nur 200.000 weniger als 2019, obwohl das Werk in der ersten Corona-Welle drei Wochen geschlossen blieb. Da der Bedarf aktuell die Kapazitäten sogar übersteigt, arbeite man in Dillingen bei maximaler Auslastung, so ein BSH-Sprecher.

In dieser und kommenden Woche sind Warnsteiks in 30 weiteren Unternehmen geplant. Die IG Metall will die Warnstreiks ausweiten, wenn die Arbeitgeber bis Mitte März kein verhandelbares Angebot vorlegen werden, so heißt es im BR-Bericht.

Keine leichte Zeit für die Industrie, die aktuell die Folgen des Shutdowns, Unterbrechungen in der Lieferkette oder gar wie im Fall von Miele und Hettich mit Teilschließungen durch eigene Corona-Fälle zu schultern hat.

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