Heimtex-Jahrestagung

Viel Optimismus trotz enttäuschender Zahlen

Optimistisch nach vorn schauten die rund 80 Teilnehmer der Heimtex-Jahrestagung, die am 8. und 9. November in Stuttgart stattfand. Denn auch wenn die Branchenzahlen enttäuschen, die Erwartungen sind positiv, gegründet beispielsweise auf starken Imageprojekten, mit denen der Heimtex-Verband 2019 die Aufmerksamkeit auf Heimtextilien lenken will. Als perfekte Einstimmung erwies sich der Besuch des Mercedes-Benz-Museums im Anschluss an die interne Mitgliederversammlung. Die Exklusivführung „Architektur & Textil“ beeindruckte Auto- und Architektur-Liebhaber gleichermaßen.

Ottmar Ihling, Vorsitzender des Verbands der Deutschen Heimtextilien-Industrie (Heimtex) ging zunächst auf die beiden Produktimageprojekte ein. Den „House of Textile“-Studentenwettbewerb, dessen Ergebnisse auf der Heimtextil 2019 in der Halle 9.0 besichtigt werden können. Flankierend dazu gibt es bereits eine Homepage (www.house-of-textile.com) und die Broschüre „Textile Vision“, eine Imagekampagne, die sämtliche Heimtextilien im Fokus hat, folgt nach der Heimtextil,auf der parallel dazu wie 2018 erstmals die Marke „Carpet by Heimtex“ performt – an prominenter Stelle in Halle 4.2. Neu ist das Spiel mit der 3. Dimension.

So wichtig Imageprojekte sind, Kernelement der Verbandsarbeit bleibt laut Ihling die tägliche Unterstützung der Mitglieder: „Wir sehen die Stärken unseres Verbandes weiter in der Unterstützung unserer Mitglieder zu rechtlichen, wirtschaftlichen oder technischen Fragestellungen im Tagesgeschäft.“. Darüber hinaus habe sich das Team in Wuppertal in der Kooperation mit dem Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz in der Vergangenheit auch zu einem gefragten Dienstleister im Bereich der Geschäftsstellenführung entwickelt. Und so sei es auch nicht verwunderlich, dass ab Januar 2019 ebenfalls der Fachverband der Matratzen-Industrie seine neue Heimat in der Wuppertaler Geschäftsstelle finden werde. „Ab dem kommenden Jahr betreuen wir dann im ‚Kompetenzzentrum Textil + Sonnenschutz‘ in Wuppertal insgesamt rund 150 Industrieunternehmen auf drei Fachverbände verteilt.“, sagte Ihling. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass ein großes Augenmerk darauf gelegt werde, dass jede Industrie ihre eigene Identität behalte, und möglichst jedes Mitglied individuell wahrgenommen werde.

Die Zufriedenheit der Mitglieder mit ihrem Vorstand unterstreicht die Tatsache, dass fünf der nun sieben Vorstandsmitglieder (zuvor sechs) in ihren Ämtern bestätigt wurden. Ottmar Ihling (Vorsitzender, Alfred Apelt GmbH), Thomas Bußkamp (stellvertretender Vorsitzender, Badenia Bettcomfort GmbH), Harald Cleven (Schatzmeister, Longlife Teppichboden Berndt Cleven GmbH & Co.), Markus Haick (Weseler Teppich GmbH & Co. KG), Thomas Müller (Centa Star Bettwaren GmbH & Co. KG), Stephan Naacke (Findeisen GmbH) und Claus Wölfel (Wölfel GmbH & Co. KG). Nicht mehr dabei ist Rudolph Welcker, der zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Für ihn rückte Markus Haick, Geschäftsführer bei Tretford, als stellvertretender Sprecher der Fachgruppe Teppich-Industrie nach. Und die Fachgruppe Bettwaren, die bisher allein durch Thomas Bußkamp als Sprecher vertreten wurde, erhält nun Unterstützung durch den neu gewählten stellvertretenden Sprecher Thomas Müller von Centa Star.

Nicht zufriedenstellend war nach Darstellung des Geschäftsführers Martin Auerbach hingegen die Branchenentwicklung in 2018: Insgesamt reduzierte sich der Umsatz der deutschen Heimtextilien-Industrie einschließlich des 3. Quartals gegenüber 2017 um 10 Prozent, wobei das Inland stärker nachgab (- 11,9%) als das Ausland (- 5,7%). Die Exportquote hat sich gegenüber dem Vorjahr von durchschnittlich 30,6 Prozent auf 32,1 Prozent erhöht.

Allein die Sparte Möbelstoffe trotzte dem negativen Nachfragetrend. Die Entwicklung von Produktion, Absatz, Umsatz, Inland und Ausland haben jeweils ein positives Vorzeichen. Der Umsatz legte um 6,5 Prozent zu. Überdurchschnittlich waren die Wachstumsraten im Ausland.

Nachfrageschwächen zeigten sich in der Sparte Dekorationsstoffe/Gardinen (-5,6%). Ursächlich war das schwache Inlandsgeschäft (-11,1%). Positive Impulse kamen dagegen aus dem Ausland (1,1%). Dekorationsstoffe/Gardinen stehen weiterhin im harten Wettbewerb zu den Produkten des innenliegenden Sicht- und Sonnenschutzes.

Die rückläufige Entwicklung der textilen Bodenbeläge setzte sich in diesem Jahr fort (-12,2%). In- und Auslandsgeschäft sind gleichermaßen betroffen. Die im Verband organisierten Hersteller textiler Bodenbeläge fokussieren sich zu 70 Prozent bis 100 Prozent auf das Objektgeschäft. Und auch im Objekt wächst der Wettbewerb zu den elastischen Bodenbelägen. Modulare Bodenbeläge/Fliesen, zunehmend auch als Mix von Textil und LVT gewinnen deutlich an Raum.

Unerwartet negativ überrascht hat im bisherigen Jahresverlauf die schwache Konjunktur der Sparte Bettwaren gefüllt mit synthetischen Fasern und Naturhaaren (-13,3%). Die Nachfrage lag in den letzten Monaten praktisch brach, insbesondere im Inland (-14,8%). Vermutlich waren die monatelang extrem hohen Temperaturen hierfür mitverantwortlich. Die Branche hofft nun auf einen zügigen und deutlichen Wintereinbruch, der die Nachfrage nach Winterbetten ankurbelt.

Die im Vorfeld der Jahrestagung unter den Mitgliedern durchgeführte Konjunkturklima-Umfrage brachte zutage, dass rund zwei Drittel der Melder in die Zukunft gerichtet jeweils etwa zur Hälfte mit einem stabilen oder einem wachsenden Jahresergebnis für 2018 rechnen.

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