Auma

Unverständnis über die Einstufung von Messen als Freizeit-orientierte Einrichtungen

Ab Montag sollen nach dem Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Regierungschefs der Bundesländer Messen für vier Wochen geschlossen werden. Neben vielen anderen Maßnahmen soll dies dazu beitragen, die starke Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. "Die deutsche Messewirtschaft respektiert grundsätzlich, dass viele Branchen dazu beitragen müssen", betonte der Geschäftsführer des Auma – Verband der deutschen Messewirtschaft, Jörn Holtmeier. Allerdings werde der im September 2020 begonnene Neustart der Messewirtschaft, von dem viele Branchen profitieren, dadurch unterbrochen und erheblich verzögert, weit über dem geplanten Stillstand von vier Wochen hinaus. Von Seiten der Aussteller drohen ein Verlust an Vertrauen in die Planbarkeit von Messebeteiligungen, aber auch in die Entscheidungen der Politik. Denn es sei sehr irritierend, dass Messen als einzige Business-orientierte Events betroffen sind. Unverständlich sei insbesondere, dass Messegelände als Freizeit-orientierte Einrichtungen bezeichnet würden. Ein Großteil der Messen seien Business-to-Business-Veranstaltungen und auch Publikumsmessen dienten in erster Linie dem Verkauf und der Kundeninformation.

Der Auma erwarte, dass Messen kurzfristig wieder aus dem Zusammenhang mit Freizeit-orientierten Einrichtungen und Veranstaltungen herausgenommen werden, spätestens bei der Überprüfung der aktuellen Beschlüsse Mitte November.

"Die deutsche Messewirtschaft braucht dringend Planungssicherheit, auch damit ihre internationale Bedeutung nicht beschädigt wird. Eine Gleichstellung von Messen mit dem Groß- und Einzelhandel ist mehr als berechtigt. Beides findet in ähnlich strukturierten Räumen statt und hat weitgehend identische Funktionen", betonte Holtmeier.

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