Nachdem die Ausbreitung des Coronavirus zu Lieferengpässen geführt hat, suchen sich Unternehmen neue Quellen. Foto: Lightspring / Shutterstock.com

Kloepfel Group

Unternehmen passen sich den Corona-Auswirkungen an

Die internationale Ausbreitung des Coronavirus führt zwar zu vermehrten Lieferengpässen, alllerdings haben viele Unternehmen darauf mittlerweile reagiert. Das hat eine aktuelle Umfrage der auf Lieferketten spezialisierten Kloepfel Group  unter 257 Fach- und Führungskräften der deutschen Industrie und des deutschen Handels mit Verbindungen zu China ergeben. Demnach befürchtet zwar jeder fünfte Befragte, dass Lieferantenausfälle seine Produktion stoppen könnten. Vier Prozent geben an, dass Lieferausfälle ihre Produktion stilllegen. Jedoch hat sich die Zahl derjenigen die noch nicht von Lieferantenausfällen betroffen im vergleich zur vorherigen Umfrage vom 6. Februar reduziert - von 42 Prozent auf aktuell nur noch 24 Prozent. 

So haben sich die Unternehmen beispielsweise durch die Beschaffung neuer Lieferquellen der Lage angepasst. Die Zahl der befragten Manager, die Lieferantenausfälle durch alternative Anbieter ausgleichen können, stieg von 28 Prozent auf 35 Prozent. 

"Viele Unternehmen haben sich der neuen Situation angepasst. Da niemand die Auswirkungen des Coronavirus für die kommenden Wochen abschätzen kann, hamstern die Unternehmen gerade ihre Lagerbestände auf und fahnden weltweit alternative Lieferanten", erklärt Marc Kloepfel, CEO der Einkaufsberatung Kloepfel Group. "Unabhängig von dieser aktuellen stichprobenartigen Umfrage, können wir diesen Trend bestätigen. Aktuell verzeichnen wir gerade sehr sprunghaft gestiegene Suchanfragen nach Alternativ-Lieferanten. Daher haben wir inzwischen eine Notfall Task Force für betroffene Unternehmen eingerichtet.“

Der Anteil der Befragten, die ihre Kunden weiterhin beliefern können, ist mit 60 Prozent gleichgeblieben. Die Zahl der Teilnehmer, die große Schäden fürchten, weil sie wichtige Kunden nicht beliefern können, ist dagegen von 33 Prozent auf 29 Prozent gesunken. „Die Lage bleibt ernst, da niemand in die Zukunft schauen kann. Wir erleben aber im Tagesgeschäft oft, dass die Kunden Verständnis für die Lieferanten zeigen und offen miteinander sprechen, um schnelle Lösungen zu finden“, führt Kloepfel fort.

Gleichzeitig hat sich auch der Druck auf Projekttermine reduziert. Die Zahl der Manager, die Projekte zu sehr hohen Kosten verschieben müssen, ist von 41 Prozent auf 32 Prozent gesunken. Ein Viertel gab sogar an, Projekte ohne Probleme verschieben zu können. Vor knapp vier Wochen war dies nur acht Prozent. Nur fünf Prozent der Unternehmen sehen ihre Existenz durch Projektverschiebungen gefährdet (Februar: neun Prozent). Keine Auswirkungen auf Projekttermine durch das Coronavirus sehen 39 Prozent (zuvor 42 Prozent) der Teilnehmer.

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