imm cologne

Truly Truly will "Das Haus" auf den Kopf stellen

Das sind sie, die "Haus"-Designer auf der kommenden imm cologne: Es handelt sich um d as australische Kreativ-Duo Truly Truly. Jedes Jahr zeigt die internationale Einrichtungsmesse "imm cologne" eine andere, sehr persönliche Vision vom zeitgenössischen Wohnen, kreiert von angesagten jungen Designern und Designteams aus der ganzen Welt. Auf rund 180 qm wird „Das Haus – Interiors on Stage“ nach den Plänen des jeweils nominierten Designers kreiert, aufgebaut und komplett ausgestattet. Im Januar 2019 wird das Studio Truly Truly nun "Das Haus" zu einem Experiment über das Wohnen selbst machen.

„Wir freuen uns darauf, mit unserem "Haus" einen Weg für wissbegieriges Design zu schaffen. Wir sehen das Projekt als eine Gelegenheit, einige typischen Funktionsweisen des Wohnraums zu hinterfragen und Alternativen zu entwickeln. Der Raum, den wir für 'Das Haus' entwickeln, soll zugleich ungewohnt und einladend sein – in einer Balance zwischen Abstraktion und Wärme“, versprechen Truly Truly. Damit kommt in Köln ein noch recht junges Studio zum Zug, das weder von seiner nationalen noch von seiner disziplinären Herkunft eindeutig zu verorten ist: Das aus Brisbane/Australien stammende Paar Kate und Joel Booy – beide Jahrgang 1981 – trafen sich während ihres Grafikdesign-Studiums am Queensland Collage of Art, Griffith University, zogen nach einigen Jahren Berufs- und Lehrtätigkeit 2010 nach Europa und gründeten nach Joels Produktdesign-Studium 2014 an der renommierten niederländischen Designakademie Eindhoven im selben Jahr ihr Studio Truly Truly, mitten in einem Industriegebiet des Rotterdamer Hafens. Der Name ist Programm. Er soll daran erinnern, Dinge richtig zu machen, ehrlich und kunstfertig, und den eigenen Weg nicht zu verlieren. Seitdem haben sie sich nicht nur durch Arbeiten für Institutionen wie das Nationaal Glas Museum in Leerdam oder das TextielMuseum in Tilburg hervorgetan, sondern auch durch eine Reihe außergewöhnlicher Produkte für Marken wie Tacchini Italia, Dexter, Ikea oder Rakumba. An der Schnittstelle zwischen Industrie und Kunst gestalten sie Produkte und Objekte für den Einrichtungsbereich, Leuchten, Textilien und Räume.

„Mit dem Studio Truly Truly haben wir Vertreter der jüngeren Designergeneration gewonnen, die genauso multikulturell wie interdisziplinär sind“, kommentiert Dick Spierenburg, Creative Director der "imm cologne". „Ich fürchte, sie werden 'Das Haus' auf den Kopf stellen. Aber genau das wollen wir ja: Immer wieder eine neue Perspektive auf die Möglichkeiten des Wohnens.“ Die Messe errichtet dafür inmitten der Pure Editions-Halle 3.1 ein rund 180 qm großes, nach Plänen eines jedes Jahr neu nominierten Designers gestaltetes Haus. Die von ihr/ihm ausgewählten Möbel, Farben, Materialien, Beleuchtungen und Accessoires summieren sich zu einem individuell konfigurierten, ganzheitlich angelegten Interior Design. Das Projekt thematisiert dabei nicht nur die gegenwärtigen Einrichtungstrends, sondern auch die Publikumssehnsüchte und den gesellschaftlichen Wandel.

2012 eröffnete das indisch-britische Designerteam Nipa Doshi und Jonathan Levien das neue Format und inszenierte einen quasi organisch gewachsenen Raum, der ein kommunikatives Miteinander von Bewohnern und Kulturen ermöglicht. 2013 führte der italienische Produktdesigner Luca Nichetto das Design-Event als elegantes, sich der Natur nach allen Seiten öffnendes Ensemble fort. 2014 machte die dänische Designerin Louise Campbell Das Haus zu einem Low-Tech-Ruhepol im Messetrubel und zum Modell für die Vereinbarkeit gegensätzlicher menschlicher Naturen und Stile. 2015 hinterfragte das chinesische Architektenpaar Rossana Hu und Lyndon Neri tradierte Wohnrituale, indem es mit klassischen wie modernen Möbeln übervoll ausgestattete „Wohnkäfige“ in eine an enge Shanghaier Gassen erinnernde Raumkonstruktion setzte, die den Besucher zum Voyeur machte und zur Reflektion animierte. 2016 hatte der deutsche Designer Sebastian Herkner ein Heimspiel: Mit seinem runden Haus schuf er ein – für Menschen wie für Kulturen – barrierefreies, luftiges Haus, das nur von beweglichen Vorhängen begrenzt wurde, um wechselnde Perspektiven zuzulassen. Das transatlantische Haus von Todd Bracher, das die Messebesucher 2017 in Köln besuchen konnten, lebte von der Reduktion aufs Wesentliche. Während die tschechische Designerin Lucie Koldova "Das Haus" 2018 zu einem sehr konkreten Experiment über die emotionale Dimension unterschiedlicher Lichtszenarien machte, ist von Studio Truly Truly wieder ein stark konzeptioneller Entwurf an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design, Abstraktion und Sinnlichkeit zu erwarten.

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