Diskutierten im Hamburger Stilwerk über Wohntrends: Theaterinhaber Corny Littmann, Trendbüro-Geschäftsführerin Birgit Gebhardt und Industriedesigner Stefan Diez (v.l.).

Stilwerk

Trendtalk mit Stefan Diez und Corny Littmann

Wie wohnen ein Industriedesigner und ein Kiez-Urgestein aus Hamburg? Um diese Frage ging es gestern Abend beim "Trendtalk 2011" im Hamburger Stilwerk, bei dem unter der Moderation von Trendbüro-Geschäftsführerin Birgit Gebhardt der mehrfach ausgezeichnete Kreative Stefan Diez sowie der Ex-Vereinspräsident des FC St. Pauli und Theaterinhaber Corny Littmann aufeinander trafen und exklusive Einblicke in ihre Einrichtungsstile gaben.

"Der zentrale Einrichtungsgegenstand ist für mich das Bett. Schließlich verbringt man dort die meiste Zeit seines Lebens", brachte Littmann seine Priorität auf den Punkt. Da er sich am liebsten im Bett aufhalte, sei es groß und bequem, der Blick zum Fernseher dank eines drehbaren TV-Gerätes stets gewährleistet.

Ganz anders dagegen das Wohngefühl von Diez. Der 39-Jährige hält sich am liebsten in seinem Atelier auf, das er sich mit seiner Frau teilt und in dem sich auch das Familienleben abspielt. "Für mich ist es sehr entspannend, am Wochenende ins Atelier zu gehen, ein Feuer zu machen, davor ein Sofa aufzustellen, Kaffee zu trinken und Zeitung zu lesen", erklärte er. Seine Wohnung selbst sei nicht komplett eingerichtet. Neben einer Küche stünden aktuell zwei Prototypen der von ihm entworfenen Sofas dort. "Dinge sollten schließlich vorher ausprobiert werden, bevor man sie verkauft. Ansonsten ist es aber nicht erstrebenswert, die Wohnung mit den eigenen Produkten vollzustellen. Deshalb tausche ich die Möbel oft mit Kollegen."

Beim Thema Design provozierte Littmann mit der Frage, ob es Designern nur darum gehe, ein schickes, aber unbequemes Möbel zu entwerfen und dafür Unsummen an Geld zu verlangen. Die Antwort von Diez: ein klares Nein. Er lege großen Wert darauf, dass seine Produkte auch bequem sind. Deshalb würden sie von ihm auch getestet. Gleichzeitig bedauerte er es, dass sich Menschen kaum noch die Zeit nehmen, ungewöhnliche Entwürfe auf sich wirken zu lassen und abzuwarten, wie das Produkt auf dem zweiten oder dritten Blick auf sie wirkt. "Die meisten Firmen haben nur das Interesse, mit möglichst wenig Aufwand Masse zu produzieren."

Die Reihe "Trendtalk 2011" wird am 3. Februar 2011 Stilwerk Berlin fortgesetzt. Dort treffen Modedesigner Michael Michalsky und Lars Krückeberg von den Graft-Architekten aufeinander. Am 9. Februar werden dann im Düsseldorfer Stilwerk Maler Markus Lüpertz, der Kunst-Experte Helge Achenbach und die in London lebende Nachwuchsdesignerin Julia Lohmann miteinander über Trends diskutieren.

Diese Seite teilen