Rauch

Streicht 250 Stellen

Bereits seit einiger Zeit wird bei Rauch umstrukturiert. Nicht nur in der Produktion, auch die Sortimente werden den Bedürfnissen des Marktes angepasst, vor allem der Onlinebereich und der Export sollen in den nächsten Jahren kräftig zulegen. In der Dezember-Ausgabe 2018 der „möbel kultur“ hatte sich Rauch-Geschäftsführer Michael Stiehl dazu schon ausführlich geäußert. Heute wurde deutlich, dass weiter angepasst werden muss. Im Zuge der standortübergreifenden Optimierung der Produktionsstruktur und der Veränderung der Vertriebsorganisation sollen in den kommenden zwei Jahren rund 250 Stellen gestrichen werden, heißt es dazu aus Freudenberg. In einer Betriebsversammlung wurden die Mitarbeiter heute darüber informiert. Aktuell beschäftigt der Schlafzimmer-Spezialist, der in seinem Segment Marktführer ist, rund 1.700 Mitarbeiter.

„Wir arbeiten gerade intensiv an unserer Online-Strategie, schauen welche Kompetenzen es heute in unserem Unternehmen gibt und welche wir zukünftig benötigen“, erklärt Frank Schad, seit knapp einem Jahr Chief Digital Officer bei Rauch. Michael Stiehl, ergänzt: „Wir sehen, dass sich der stationäre Handel mit Möbeln in einem ungeheuren Tempo und einschneidenden Ausmaß
verändert. Auf diese Marktentwicklung müssen wir flexibel reagieren und die daraus resultierenden Chancen nutzen.“

Aufgrund dieser neuen Situation sei absehbar, dass es durch strukturelle Veränderungen des Sortiments, der Organisation und des neuen Rauch-Produktionsverbundes zu einem Personalabbau in der Verwaltung und in den Werken kommen wird. Gleichzeitig sollen aber auch neue Stellen in den Bereichen Softwareentwicklung, Service, Lieferlogistik und Online-Vertrieb geschaffen werden. „Zum Ausbau unserer digitalen Kompetenzen benötigen wir Menschen, die Software entwickeln können, den Vertriebskanal Internet verstehen und uns beim Umgang mit großen Datenmengen helfen. Hier haben wir einen deutlichen Nachholbedarf“, so Stiehl weiter.

Demzufolge stellen insbesondere die fortschreitende Digitalisierung des Geschäftsmodells und somit die Entwicklung des Vertriebskanals Internet für die Unternehmensgruppe eine große Chance aber auch Herausforderung für die Zukunft dar. „Gelingt es uns, das Online-Geschäft schnell
weiterzuentwickeln und unsere Prozesse mit den Möglichkeiten der Digitalisierung neu zu gestalten, so können wir unsere Produkte viel näher am Kunden platzieren und auch unsere heutigen Vertriebspartner im Handel stärken.“ so Michael Stiehl. Lange Zeit habe das Unternehmen versucht, den Online-Vertrieb aus der bestehenden Organisation heraus zu entwickeln und bemerkte dabei die Beschränkungen durch die herkömmlichen Strukturen.

„Wir versuchen diesen Wandel für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen so verträglich wie möglich zu gestalten und hoffen, dass es uns langfristig gelingt, die entfallenen Stellen durch im Online-Bereich neu geschaffene Jobs zu kompensieren.“ Dazu setzt Rauch auf Zeit und Qualifizierung und hofft auf eine aktive Unterstützung der Belegschaft bei dieser Neuausrichtung.

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