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12.01.2018 10:00 Uhr

Steinhoff Mehr als 200 Mio. Euro fehlen noch - Aktie rutscht wieder ab

Der deutsch-südafrikanische Möbelriese Steinhoff versucht, in den nächsten Tagen eine Liquiditätslücke von mehr als 200 Mio. Euro zu schließen. Darüber werde laut „Handelsblatt“ mit den neun Banken verhandelt, die schon jetzt die wichtigsten Kreditgeber von Steinhoff sind, aber auch mit Hedgefonds und anderen Finanzinvestoren, wie zwei Teilnehmer der Gespräche der Zeitung sagten. Zurzeit gehe es nur darum, zu verhindern, dass irgendeiner Steinhoff-Tochter das Geld ausgeht, die den ganzen Konzern in den Abgrund reißen könnte, sagte einer der Insider dem „Handelsblatt“. Das Problem sei, dass die Teile der mit 10,7 Mrd. Euro verschuldeten Gruppe finanziell stark miteinander verflochten seien.

Deshalb gehe es zunächst um die Liquidität für die nächsten drei Monate. Die Gespräche seien weit fortgeschritten. Um die Bilanz neu aufzustellen, sei es aber noch viel zu früh, der Prozess werde sich über Monate hinziehen. Mehrere Steinhoff-Töchter sind deshalb auf eigene Faust mit Beratern auf der Suche nach frischem Geld. Das liege auch am Führungsvakuum im Konzern, der angesichts eines Bilanzskandals fast seine komplette Führungsriege ausgetauscht hat.

Auch einige südafrikanische Politiker zeigen sich laut des Online-Portals „4investors“ besorgt über die Entwicklungen bei Steinhoff, da der Pensionsfonds des Landes stark bei Steinhoff engagiert ist. Durch die Kursverluste der vergangenen Wochen hat der Fonds ebenfalls hohe Verluste erlitten. In einer Anhörung vor mehreren Ausschüssen des Parlaments wollen sich die Politiker in Kapstadt über die Geschehnisse bei Steinhoff informieren lassen, heißt es. Dabei ist es möglich, dass auch ehemalige Vorstände wie der vormalige CEO Markus Jooste vorgeladen werden. Die Anhörungen sollen am 30. und 31. Januar stattfinden. 

Die Steinhoff-Aktie hat in den vergangenen Tagen faktisch den Stillstand erreicht. Nach einem fulminanten Jahresauftakt (über 90% Kursgewinn in wenigen Tagen) hat sich die Stimmung mittlerweile deutlich abgekühlt. In dieser Woche summiert sich der Kursverlust der Steinhoff-Aktie auf ganze 33%, dabei ging es alleine gestern um 9,7% in den Keller (aktueller Stand: 0,42 Cent). Damit sind die Kurse weiterhin meilenweit davon entfernt, sich zu erholen.

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