Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Foto: DIHK / Michael Tewes

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Präsident Eric Schweitzer fordert unkonventionelle Sofortmaßnahmen

Da die Corona-Krise schon jetzt enorme wirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht, appelliert DIHK-Präsident Eric Schweitzer an Politik und Verwaltung, schnell pragmatische Untersttützungsangebote zu entwickeln. „Wir brauchen jetzt unkonventionelle Sofortmaßnahmen, die schnell greifen“, fordert er. „Andernfalls werden die notwendigen Mittel nicht rechtzeitig bei den Unternehmen ankommen. Noch haben wir die Chance, größere und dauerhafte Schäden von unserer Wirtschaft abzuwenden. Jeder Tag zählt jetzt. Aktuell stellt sich die Existenzfrage für ganze Branchen und Betriebe – und das ohne eigenes Verschulden.“

Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage haben schon jetzt in den am stärksten betroffenen Branchen wie Reisewirtschaft oder Gastgewerbe deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen akuten Bedarf für finanzielle Überbrückungshilfen – selbst in der Industrie ist es jedes dritte Unternehmen.„Ich befürchte, dass die eigentliche Welle an Umsatzeinbrüchen vielen Betrieben erst noch bevorsteht“, führt Schweitzer fort.

Ein richtiger Schritt ist seiner Meinung nach die schnelle Initiative beim Kurzarbeitergeld. Anders als bei der Finanzkrise kämen in der aktuellen Situation aber noch weitere Faktoren hinzu: „Wir erleben nicht nur Unsicherheiten bei der Finanzierung vieler Unternehmen. Vielmehr sehen viele Unternehmen die Gefahr, dass sie bei fortgesetzter Krise ihren Geschäftsbetrieb komplett herunterfahren müssen“, so Schweitzer. „Gleichzeitig müssen die Betriebe weiterhin ihre Verpflichtungen erfüllen. Dazu gehört nicht nur die Zahlung von Löhnen und Gehältern, sondern auch von Krediten, Steuern und Abgaben. Es ist im Interesse aller, eigentlich gesunde Unternehmen in dieser Situation mit raschen Entscheidungen über Wasser zu halten.“

Hilfreich dabei sei es, dass Unternehmen ihre in diesem Jahr anfallenden Verluste sofort mit anstehenden Steuernachzahlungen für die Vorjahre verrechnen können. „Aktuell zählt jeder Cent, der in den Unternehmen bleiben kann. Das gilt für Klein-Betriebe genauso wie für mittelständische Familienunternehmen und Großkonzerne“, betont Schweitzer. Darüber hinaus empfiehlt er, dass die Finanzämter die fälligen Vorauszahlungen bei den Ertrag- und Umsatzsteuern sofort für einige Monate zinsfrei stunden. „Wo aktuell kein Ertrag ist, sollte erst mal nichts abgeführt werden müssen. Wir sollten das alles über einfache Pauschalregelungen machen, um gefährliche Engpässe zu vermeiden.“ 

Nicht zuletzt sei auch die geltende Bankenregulierung laut Schweitzer ein wichtiger Schritt: „Viele zukunftsfeste und tragfähige Unternehmen stecken in einem akuten finanziellen Engpass. Nach den geltenden Regeln droht ihnen, dass Banken die Kredite kündigen statt eine Überbrückungsfinanzierung zu ermöglichen. Diese Fälle müssen wir durch vorübergehende staatliche Garantien und eine Ausweitung der Kreditlinien bei den Hausbanken und Förderinstituten auffangen.“

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