Der Franchise Klima Index. Von links: 2. Halbjahr 2018, 1. Halbjahr 2019, 2. Halbjahr 2019, 1. Halbjahr 2020 (blau). Grafik: Deutscher Franchiseverband

Deutscher Franchiseverband

Positiver Blick in die Zukunft

Auch während der Corona-Krise blickt die Franchisewirtschaft positiv in die Zukunft. Das belegt der Franchise Klima Index (FKI) des Deutschen Franchiseverbands. Hatte der FKI Anfang 2019 seinen bisherigen Höchstwert von 153 Prozent, zeigte er Ende des Jahres weiterhin positive 145 Prozent auf. Aktuell hat sich der FKI im Corona-dominierten 1. Halbjahr 2020 spürbar auf 122 Prozent abgesenkt, bleibt aber im abgeflachten Positivbereich.

„Trotz der aktuellen Ausnahmesituation zeigt sich der FKI stabil und auch die detaillierten Vergleichsmarker deuten auf eine weiterhin eher positive Grundstimmung innerhalb der Franchisesysteme hin“, analysiert Torben Leif Brodersen, Hauptgeschäftsführer Deutscher Franchiseverband. „Was sicherlich auch auf die Branchenvielfalt im Franchising zurückzuführen ist. Denn während die Dienstleistungs- und Handelssektoren scheinbar leicht durch Lockdown und Einschränkungen gekommen sind, hat es die Gastronomie sowie den Freizeitbereich wesentlich stärker getroffen.“

56 Prozent der insgesamt im Franchiseverband organisierten Systeme spüren negative Corona-Auswirkungen. 30 Prozent nehmen diese dagegen positiv wahr und 14 Prozent gaben an, kaum Auswirkungen zu spüren. In der Branchengewichtung verändert sich dieses Bild entsprechend. Im Handel sehen 36,5 Prozent die Auswirkungen negativ, 45,5 Prozent bewerten sie eher positiv und 18 Prozent neutral. Im Dienstleistungssektor spüren hingegen 48 Prozent negative Auswirkungen, 30 Prozent positive, und 22 Prozent nehmen kaum Veränderungen wahr.

Als größte Herausforderung in der Krise sehen 32 Prozent die Finanzierung/Liquidität, gefolgt von der Leadgenerierung (26 %), der Umsetzung der Abstands- und Hygienemaßnahmen mit 21 Prozent. Ebenso wie die Kategorie Sonstiges, zu der u.a. die deutlich beschränkte Anzahl von Kunden/Gästen, Einschränkungen beim Vertrieb/Kundenservice, Handling von Kurzarbeit bzw. Rückkehr in den Normalbetrieb, Digitalisierung der Prozesse zählen.

64 Prozent der Befragten rechnen in diesem Jahr mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 30 Prozent. 23 Prozent erwarten Einbrüche von 31-60 Prozent und bei zehn Prozent liegen die Erwartungen bei 61-100 Prozent.

Als Folge von Krise und Lockdown sehen sich im Schnitt bis zu 10 Prozent der Franchisepartner der befragten Verbandsmitglieder von der Insolvenz bedroht. Um dies zu vermeiden haben 56 Prozent der Franchisezentralen und sogar 81 Prozent der Franchisenehmer Hilfsmaßnahmen wie Corona-Hilfspakete, KfW-Kredite, Soforthilfe des Bundes und der Länder etc. in Anspruch genommen. „Die rasch in die Wege geleiteten Maßnahmen zur Unterstützung sind gut, keine Frage. Wir benötigen aber dringend weitere Signale Richtung Mittelstand - auch über das Jahr 2020 hinaus“, fordert Brodersen. „Wir müssen davon ausgehen, dass uns die Auswirkungen der Corona-Epidemie nicht nur einige Monate, sondern in einigen Branchen vielmehr Jahre beschäftigen wird.

Dennoch bleibt die Stimmung gut. So liegt der Wachstumsindex in der Rubrik Betriebe bei 17 Prozent, einem Plus von vier Prozentpunkten. Die Stimmungslage in Bezug auf die Gewinnung neuer Partner ist um einen Prozentpunkt auf 18 Prozent angestiegen. Und auch die Stimmungslage beim Angestellten-Wachstumsindex hat um vier Prozentpunkte zugelegt.
 

 

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