Handelsinvestmentmarkt Deutschland

Mischformen werden zur neuen Assetklasse

Mit 5,9 Mrd. Euro lag das Transaktionsvolumen für deutsche Handelsimmobilien im ersten Halbjahr 2019 zwei Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Damit bleiben Handelsimmobilien mit einem Anteil von rund 24 Prozent am Gesamtgewerbetransaktionsvolumen weiterhin auf Platz zwei - hinter Büroimmobilien. Den größten Deal stellte die Übernahme der restlichen 49,99 Prozent des Warenhausunternehmens Galeria Karstadt Kaufhof dar, welches von der Hudson’s Bay Company (HBC) an Signa für über eine Mrd. Euro ging.

Geschäftshäuser waren mit einem Volumen von 1,8 Mrd. Euro und einem Anteil von 31 Prozent das stärkste Segment, gefolgt von Warenhäusern mit 1,5 Mrd. Euro (25 %), Fachmarktzentren mit 898 Mio. Euro und Shoppingcentern mit 858 Mio. Euro, die jeweils 15 Prozent ausmachten.

Sonstige Einzelhandelsformate, zu denen unter anderem Discounter und Baumärkte zählen, zeichneten mit 793 Mio. Euro für 14 Prozent des Volumens verantwortlich. „Das Interesse an nachversorgungsdominierten Handelsimmobilien und Stadtteil-Einkaufszentren ist hoch“, sagt Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Services Germany bei Savills. „Wir gehen davon aus, dass das Transaktionsvolumen für Shopping-Center über dem offiziell dokumentierten Wert liegt, da es aktuell auch viele Off-Market Transaktionen gibt.“

Aktuell liegen die Renditen für Secondary Shopping Center unverändert bei 5,9 Prozent, für Prime Center bei 4,2 Prozent. Die Spitzenrendite für Fachmarktzentren ist weiterhin auf Rekordniveau von 3,9 Prozent.

„Die Assetklasse Shopping Center sollte im weiteren Jahresverlauf wieder fungibler werden, da Transaktionen vor Abschluss stehen, die dann als Vergleichswerte dienen. Bei einer weiteren Renditeanpassung werden sich Shopping Venter dann im zweiten Halbjahr auch wieder liquider zeigen“, so Jennifer Güleryüz, Senior Consultant Research Germany bei Savills. „Core-Plus und Value-Add Investoren treten als potenzielle Käufer in Erscheinung und sind bereit, die nötigen Investitionen zu tätigen. Eine Rendite-Prognose ist mangels Masse aktuell allerdings schwierig – es ist jedoch mit einem Anstieg zu rechnen.“

Bei Geschäftshäusern liegt die Spitzenrendite indes unverändert bei 3,1 Prozent. Besonders auffällig: Mehr als jedes zehnte Geschäftshaus wurde in den letzten zwölf Monaten von einem Projektentwickler gekauft.

„Investoren präferieren mittlerweile die Diversifizierung im Objekt, das gilt nicht nur für die Highstreet, sondern auch für Shopping Center. Die Dekade der Transformation wird in Konzepten münden, die letztlich zu einer neuen Assetklasse in Form von Mischnutzung führt“, so Krechky. Beispiele für Transaktionen sind die Königsbau Passagen in Stuttgart sowie das Zoom in Berlin.

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