Georg Maurer, Managing Director von Neumann Communications, stetht mit seinen italienischen Kunden im ständigen Austausch. (Foto: Constantin Meyer, Köln)

Georg Maurer

Lagebeschreibung aus Italien

Kaum ein deutsches Unternehmen ist so sehr mit der italienischen Möbelbranche verzahnt wie die Agentur Neumann Communication. Die Kommunikationsagentur aus Köln arbeitet für viele italienische Hersteller, darunter Agape, Arper, Fantini und Foscarini, aber auch für den Salone del Mobile. Wir haben Managing Director Georg Maurer um eine Lagebeschreibung aus Italien gebeten.

möbel kultur: Herr Maurer, was hören Sie aus Italien?

Georg Maurer: Die allgemeine Lage ist dramatisch, aber die Bevölkerung versucht gemeinsam, diese Krise zu überstehen. Das Land war wahrscheinlich noch nie so geeint wie heute.

möbel kultur: Laufen denn die Betriebe?

Georg Maurer: Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Kunden. Und es ist wirklich bemerkenswert: Uns sind keine Produktionsstopps* bekannt. Die Bänder laufen. Alles, was aus dem Home Office, gemanagt werden kann, wird von Zuhause aus erledigt. Und noch eine Beobachtung: Die Italienerinnen und Italiener wachsen über sich hinaus. Sie versuchen, den Betrieb am Laufen zu halten und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Von ihren geht gerade eine ungeheure Energie aus und sie bleiben optimistisch und hoffnungsvoll.

möbel kultur: Wie stehen die Chancen für den Salone del Mobile?

Georg Maurer: Die entscheidenden Gremien werden sich auch in den kommenden zwei Wochen weiterhin damit befassen. Anfang April soll die finale Entscheidung bekannt gegeben werden und vorher wird es keinen neuen Stand der Dinge geben. Die ganze Einrichtungswelt braucht diese Messe!

möbel kultur: Wie existenziell ist die Krise?

Georg Maurer: In Italien hat das ganz andere Dimensionen als bei uns. Während wir uns in Deutschland momentan eher noch mit den voraussichtlichen wirtschaftlichen Konsequenzen der Krise auseinandersetzen, ist die Coronakrise in Italien eine wirkliche Katastrophe auf allen Ebenen, für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Es bleibt nur zu hoffen, dass das in Deutschland nicht so eintritt. Aber auch in Italien bleibt es dabei: Die Tatkraft der Italienerinnen und Italiener, ihr Talent, nach vorn zu schauen und anzupacken, ist außergewöhnlich. Auch für Italien darf und sollte man nicht zu pessimistisch sein. Und wir sollten so solidarisch sein, wie wir es können.

* Seit Montag, den 23. März, stehen in Italien alle nicht lebenswichtigen Produktionen still.

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