Küchenwohntrends Salzburg

Heimspiel mit und ohne Local Player 

„Die Österreicher lieben diese Messe und die Deutschen mehr denn je.“ So wertete Trendfairs-Geschäftsführer Michael Rambach gestern die Küchenwohntrends Salzburg/Möbel Austria erneut als Erfolg. Komprimiert und zugleich entspannt konnten sich die Fachhändler „aus dem Süden“ an den vergangenen drei Tagen einen Überblick über das aktuelle Marktangebot verschaffen. 226 Aussteller und Marken auf knapp über einhundert Ständen bildeten dabei wieder einen repräsentativen Querschnitt für die Einrichtungsbranche, von Möbel- und Techniklieferanten bis zu Dienstleistern. „Wir haben rund 80 Prozent des Marktes hier“, schätzte Rambach und bedauerte zugleich, dass wie schon beim letzten Mal vor zwei Jahren die wichtigen österreichischen Marktplayer aus dem Küchenbereich, wie Dan Küchen, Ewe, Haka bis zu Team7, nicht mitspielten. Immerhin sei der Massivholzspezialist Anrei zurückgekehrt und ergänzte so die fast 20 Repräsentanten der „Möbel Austria“.

Für die Gesamtbesucherzahl verzeichnet das Messedoppel eine erneute Steigerung um 10,7 Prozent auf insgesamt 4.737 Fachbesucher (2017: 4.279). Wobei von Ausstellerseite zu hören war, dass vor allem die Resonanz aus Bayern bzw. Süddeutschland zugenommen hat. Aber auch aus Südtirol, Slowenien und Tschechien gab es Kontakte.
Neben dem Lokalmatador Schachermayer als Universallieferant für die in Österreichs Einrichtungsmarkt bedeutenden Schreinerbetriebe beherrschten die Geräteprotagonisten AEG, Bosch, Siemens, Neff, Miele, Bora und Berbel, Blanco und Franke im Spülenbereich sowie die deutsche Küchenindustrie (Nobilia, Nolte, Häcker, Schüller, Baumann Group und Sachsenküchen) das Messebild. Letztere sorgten zum Teil mit Hüttenromantik untermalter Wohn-Atmosphäre für eine gewisse Wellness im Messegeschehen - und profitierten zudem von der Abstinenz der österreichischen Mitbewerber für die Akquise neuer Kunden.

Während der österreichische Küchenmarkt derzeit trotz Trading-up stagniert, versuchen indes immer mehr deutsche Unternehmen ihr Glück in Austria, was durch einige Premieren beziehungsweise eigens rekrutierte Vertriebsmitarbeiter in Salzburg sichtbar wurde. Und den ohnehin grassierenden Verdrängungswettbewerb aus Deutschland verstärkt. Heftig diskutiert wurde in Salzburg überdies die nächste Messe in München, die 2020 auf dem Zenith-Gelände nicht mehr unter Küchenwohntrends, sondern unter „Munich Interior Days“ dem eigenständigen Interior-Konzept mit Endverbraucher-Beteiligung folgt. Insbesondere der Termin (Freitag 1. Mai bis Sonntag 3. Mai), prädestiniert für Kurzurlaube bzw. gute Kundenfrequenz in den Küchenstudios, sei für die Messe nicht geeignet, kritisieren einige angestammte Aussteller.

Den Messereport 2019 mit Impressionen der Redaktion vor Ort können Sie wie gewohnt in der Juni-Ausgabe der „möbel kultur“ lesen. 

Nachtrag:

Wie sich die Besucher auf einzelne Länder verteilen, gibt Trendfairs wie folgt an: Mit 71,3 Prozent (3.419) Fachbesuchern führt Österreich die Länderliste an, gefolgt von Deutschland (23,95 % bzw. 1.148) sowie von Italien, der Schweiz und Slowenien. Aus der Slowakei und Tschechien kamen Fachbesucher im zweistelligen Bereich. Erwartungsgemäß waren der erste und der zweite Messetag die meistfrequentierten. Nach Ausstellerangaben lag der größe Schwerpunkt auf dem zweiten Tag (Donnerstag).

Wiederum stellten zu gleichen Teilen Vertreter des Möbelhandels (1.035) sowie der Tischler und Schreiner (1.027) gemeinsam rund die Hälfte der Besucher – ein fast perfektes Spiegelbild der österreichischen Vermarktungsstruktur für Möbel und Einrichtungen. Position 3 und faktisch das dritte Viertel des Besucheraufkommens bildeten mit über 1.000 Gästen erwartungsgemäß Küchenstudios und Küchenfachmärkte.

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