Für viele Möbelhändler wie auch EMV-Mitglied Robert Andreas Hesse ist der Lockdown eine echte Herausforderung.

Robert Andreas Hesse zur Verlängerung des Lockdowns

„Größte Herausforderung in der 75-jährigen Firmengeschichte“

Am Wochenende haben bereits die ersten Bundesländer weitere Verschärfungen zum Lockdown in Kraft gesetzt, heute folgen die restlichen. Neben den strengeren Kontaktregelungen gilt vor allem weiterhin: der Einzelhandel bleibt geschlossen. Die „möbel kultur“ wollte von Robert Andreas Hesse wissen, wie er mit dem Lockdown umgeht.

möbel kultur: Wie schätzen Sie die derzeitige Lage des nun bis Ende Januar verlängerten Lockdowns ein?
Robert Andreas Hesse: Ich stehe klar hinter der Entscheidung für den Lockdown und auch dessen Verlängerung bis aktuell Ende Januar - als Person und als Unternehmer. Wir nehmen das Infektionsrisiko sehr ernst. Die aktuellen Zahlen sind besorgniserregend.

Die Corona-Krise gehört zu den größten Herausforderungen unserer 75-jährigen Firmengeschichte. Bereits der erste Shutdown von Mitte März bis Mitte Mai 2020 ist an die Substanz gegangen. Fünf Wochen hatten wir komplett geschlossen, dann statt auf 50.000 auf 800 Quadratmetern geöffnet. Wir verzeichneten in diesem Zeitraum einen massiven Umsatzrückgang. Nach der Öffnung hingegen hat sich die Situation gut entwickelt - die Kunden sind schnell wiedergekommen. So haben wir das Geschäftsjahr 2020 noch mit einem ordentlichen Ergebnis beenden können.

Leider haben wir 2020 nur einen verkaufsoffenen Sonntag umsetzen können - zu unserem Firmenjubiläum im September - alle anderen wurden mit Blick auf den Infektionsschutz nicht genehmigt. Die Hürden für die Sonderöffnungen waren schon vor Corona hoch, die Pandemie hat dies noch einmal verschärft. Wie die weitere Entwicklung ist und ob der Shutdown noch einmal verlängert wird, ist aktuell nicht vorhersehbar. Ich bin überzeugt: Für viele Unternehmen kann die derzeitige Situation existenzgefährdend sein.

möbel kultur: Wie stark trifft Sie die Verlängerung des Shutdowns?
Robert Andreas Hesse: Der Lockdown kurz vor Weihnachten hat uns in unserer umsatzstärksten Zeit getroffen. Gerade in den Tagen rund um den Jahreswechsel sind die Menschen mehr zuhause und beschäftigen sich mit den Themen Wohnen und Einrichten. Und auch die Wochen Anfang des Jahres, mit vielen Aktionen wie dem traditionellen Winterschlussverkauf, zählen zu den Tagen mit einer hohen Kundenfrequenz und hohen Umsätzen. Wir müssen uns auf einen massiven Umsatzverlust einstellen. 

möbel kultur: Wie stark können die Umsatzeinbußen durch Ihre Services aufgefangen werden?
Robert Andreas Hesse: Wir sind trotz der Schließung weiterhin für unsere Kunden da. Dennoch ist ungewiss, ob wir die aktuellen Umsatzverluste wieder aufholen können. Denn derzeit ist völlig unklar, wann wir wieder öffnen können. Wie bereits im Lockdown im März 2020 setzen wir weiter auf die persönliche telefonische Beratung – ob für Möbel, Küchen oder Accessoires. Auf unserer Internetseite können sich die Kunden zudem informieren und dann die Ware telefonisch bestellen. Auch die Auslieferung und Montage der Möbel läuft weiter. Die Warenausgabe ist für die Kunden geöffnet. Geschenkgutscheine können ebenfalls erworben werden, zur Einlösung nach dem Lockdown. 

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