Qubique

Gelungene Premiere für das neue Design-Event in Berlin

Coole Location, gute Stimmung und jede Menge neugierige Besucher: Von Mittwoch bis Samstag vergangener Woche feierte das neue Interieur-Event Qubique Premiere in der spektakulären, historischen Architektur des alten Berliner Flughafens Tempelhof. Bekannte Player, progressive Marken und frische Newcomer: Rund 130 Aussteller aus 20 Ländern ? darunter Artek, Arper, Bisazza, Brühl, Established & Sons, Thonet, Vitra und Wilkhahn ? nutzten die Gelegenheit, sich erstmals auf dieser Plattform für die designorientierte Möbel- und Interior-Industrie in der Hauptstadt zu präsentieren. Die ersten beiden Tage gehörten den Fachbesuchern ? Händlern, Architekten, Innenarchitekten und Medienvertretern. Am Freitag und Samstag öffnete die Messe ihre Tore auch für die íffentlichkeit. Genaue Besucherzahlen liegen noch nicht vor.

Um einen individuellen Event-Charakter für die Veranstaltung zu kreieren, wurde das Angebot durch ein pfiffiges Rahmenprogramm mit Konzerten, Talks, Ausstellungen, Workshops und einem speziellen Gastronomiekonzept ergänzt. So beherbergten zwei aufs Rollfeld gesetzte Art-Déco-Zelte Restaurants. Doch dieses Konzept konnte zumindest am Eröffnungsabend noch nicht ganz überzeugen. Eine endlose Warteschlange und nur wenige Sitzplätze kamen hier nicht auf einen Nenner.

Stimmig zur Location sowie der kreativen Spree-Metropole passend, wurden außerdem neun renommierte, internationale Gallerien integriert, die eine Auswahl an Objekten und Möbeln an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design zum Verkauf anboten. Zum ersten Mal auf einer Messe gab es außerdem eine "geheime" Prototypen-Plattform mit Produkten von 18 Designern und Designstudios, zu der nur Hersteller Zutritt bekamen.

Zwar gab es in Berlin wenig "echte" Produkt-Neuheiten zu sehen, doch das störte viele Fachbesucher nicht. Auch die Aussteller zeigten sich größtenteils angetan von der neuen Designplattform, auch wenn die Besucherströme am ersten Messetag noch ein wenig verhalten waren. Beide Seiten genossen das stylische Ambiente und die Möglichkeit zum entspannten Austausch und Netzwerken, zur Inspiration und zum Ideen sammeln. "Die Qubique ist eine schöne Veranstaltung in einem tollen Ambiente ? und das wollen wir unterstützen", meinte Roland Meyer-Brühl, der sich wie andere Hersteller freute, dass die Messe nicht nur regionale Besucher anzog, sondern auch einige Händler und Architekten aus ganz Deutschland sowie den angrenzenden deutschsprachigen Ländern und Holland. Wobei der Fachbesucher-Anteil sicher noch ausbaufähig ist.

Zudem bot die Qubique einen Aussteller-Mix (vor allem mit deutschen, italienischen, spanischen und skandinavischen Herstellern), den es so bisher in Deutschland noch nicht gab und ein wenig an die Messen in Kortrijk oder Stockholm erinnerte: klein, übersichtlich und von hoher Qualität der Produkte. Deshalb auch sehr inspirierend ? aber durchaus noch ausbaufähig ? die Idee einiger Aussteller, ihr Handwerk live vor Ort vorzustellen. So zeigte etwa die Tapetenmanufaktur Welter, wie sie ihre Premium-Produkte per Hand herstellt. Und Thonet präsentierte an den beiden Publikumstagen, wie man Bugholzstühle biegt. Davon darf es im kommenden Jahr gern noch mehr geben. Abzuwarten bleibt, wie sich dieses Event im kommenden Jahr - zehn Tage vor der Orgatec 2012 - präsentiert. Für Diskussionsstoff ist auf jeden Fall gesorgt.

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