Auma

Fordert eine Perspektive für die Messewirtschaft

Vor der für morgen geplanten Ministerpräsidentenkonferenz fordert die Messewirtschaft eine zeitnahe Perspektive für ihren Neustart. Vor genau einem Jahr mussten die ersten Messen coronabedingt abgesagt werden. Dementsprechend steht die Branche seit Anfang März 2020– mit einer kurzen Unterbrechung – still. Zum Neustart gehöre zunächst, Messen wieder als Business-Plattformen einzustufen, entsprechend der Entscheidung von Bund und Ländern vom 6. Mai 2020.

Wie vor zehn Monaten sollte mit der Öffnung des Einzelhandels auch die Durchführung von Messen wieder grundsätzlich zugelassen werden, denn in beiden Branchen gebe es sehr ähnliche Ge-schäftsabläufe und räumliche Strukturen, so der Vorsitzende des Auma – Verband der deutschen Messewirtschaft, Philip Harting. „Messen sind Instrumente für die Geschäftsanbahnung, die Präsen-tation von Innovationen und für Kooperationsverhandlungen. Das gilt vor allem für den Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Gerade kleine und mittlere Firmen haben durch Messe-Absagen erhebliche wirtschaftliche Einbußen erlitten. Die Unternehmen brauchen dringend ihre Branchenplattformen.“

Außerdem könnten Messen die Einkaufsbereitschaft des stark geschädigten Einzelhandels stimulieren. Damit Messen in der Lage sind diese Funktionen zu erfüllen, brauchen Aussteller und Veranstalter aber eine konkrete Planungsgrundlage.

 „Die Bundesländer haben im vergangenen Jahr detaillierte Vorgaben zur Durchführung von Messen in ihren Verordnungen erlassen“, so Harting. „Darauf aufbauend haben die Messegesellschaften ent-sprechende Konzepte für den Gesundheitsschutz entwickelt und mit den zuständigen Gesundheitsbehörden abgestimmt. Auf dieser Basis sind im letzten Herbst mehr als 20 Messen erfolgreich und sicher durchgeführt worden. Diese Regelungen müssen nur reaktiviert werden.“

Grundlage für die damalige Zulassung von Messen seien insbesondere die guten Rahmenbedingungen gewesen, die Messen bieten, wie zum Beispiel großzügige Flächen zur Steuerung der Besucherströme, moderne Belüftungssysteme und die Vollregistrierung aller Teilnehmer. Diese Standards, die teilweise über den Anforderungen an den Handel liegen, seien bei der Entscheidung für die erneute Zulassung von Messen entsprechend hoch zu bewerten.

Notwendig für einen erfolgreichen Start des Messebetriebs ist außerdem eine konkrete Perspektive für die Öffnung der Hotel- und Gastronomiebetriebe. Sobald es die Entwicklung der Infektionszahlen zulasse, muss auch der grenzüberschreitende Geschäftsreiseverkehr wieder ohne relevante Einschränkungen möglich sein. Denn nur so ließe sich auf den Messen ein Mindestmaß an Internationalität sichern. Relevanz für viele Wirtschaftsbranchen und für die Verbraucher hätten aber auch regionale Messen, die oft vergleichsweise kurzfristig organisiert werden könnten. Eine frühzeitige erfolgreiche Durchführung solcher Veranstaltungen werde eine wichtige Signalwirkung für das gesamte Messegeschäft haben.

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