HDE/HBE

Fordern Verkehrswende statt Fahrverbote

Für den stationären Handel ein Desaster? Deutsche Städte dürfen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge verhängen, das hat das Bundesverwaltungsgericht heute entschieden. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht diese Entscheidung problematisch: „Fahrverbote haben negative Auswirkungen für das Geschäft in den Innenstädten. Die Händler sind darauf angewiesen, dass ihre Ware und die Kunden unkompliziert zu ihnen kommen können“, kommentierte Präsident Josef Sanktjohanser das Urteil.

Noch deutlicher wird Wolfgang Puff, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern (HABE): „Fahrverbote sollen die Belastung mit Stickstoffdioxid senken. Doch eine solche Maßnahme ist reine Augenwischerei, da sie die Luftqualität in den Innenstädten wenig bis gar nicht verbessert.“ Stattdessen sollten der öffentliche Nahverkehr gestärkt und eine intelligente Verkehrssteuerung eingerichtet werden. Für den Fall, dass sich bayrische Städte für ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge entscheiden, müsse es laut Puff für die Wirtschaft eine Übergangsregelung geben.

Auch der HDE sieht die Zeit für eine Verkehrswende gekommen. „Die Politik muss die Weichen stellen, um alternative Logistikdienstleistungen und neue Antriebsformen stärker zu fördern“, erklärte Sanktjohanser. Lösungen in den Bereichen alternative Antriebe und innovative Zustellkonzepte spielten für eine nachhaltige Stadtlogistik schon heute eine große Rolle. Die staatliche Förderung müsse aber antriebsneutral erfolgen.

Eine aktuelle Umfrage des HDE hat schon im Vorfeld der Entscheidung ergeben, dass sich drei Viertel der Händler an potenziell betroffenen Standorten vor Umsatzverlusten durch Fahrverbote sorgten. Die Kunden könnten auf die Grüne Wiese oder den Online-Handel umsatteln.

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