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Lexware

Digitalisierungsgrad entscheidet über den Verlauf der Krise

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf Selbstständige in Deutschland aus? Dieser Frage ist eine aktuelle Studie vom Verband der Gründer und Selbstständigen e. V.  (VGSD), dem Leibniz Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim, dem Forschungszentrum Mittelstand an der Universität Trier und Lexware nachgegangen, für die 27.000 Unternehmer befragt wurden. Die Ergebnisse lassen beim stationären Handel einen deutlichen Handlungsbedarf im Bereich Digitalisierung erkennen, denn der Digitalisierungsgrad spielt bei der Lage der Händler eine wichtige Rolle.

Im Rahmen der Befragung gaben 22 Prozent der Einzelhändler an, in den kommenden Monaten sehr oder eher wahrscheinlich ihre Selbstständigkeit aufgeben müssen. 55 Prozent der soloselbstständigen stationären Händler verzeichneten einen Umsatzrückgang von über 75 Prozent. Knapp zwei Drittel hatten Soforthilfen beantragt; 59 Prozent Kurzarbeitergeld oder planten dies.

Der Digitalisierungsgrad im unabhängigen stationären Handel ist zum Zeitpunkt der Befragung gegenüber anderen Branchen eher gering: Im Bereich Produkt sagen das 51,1 Prozent, bei Geschäftsprozessen sind es 32,8 Prozent und in der Kundenberatung geben sogar 52,1 Prozent der Befragten einen niedrigen Digitalisierungsgrad an.

Laut einer Auswertung ZEW sind hochdigitalisierte Soloselbstständige deutlich krisenresistenter. Sie leiden seltener unter negativen Konsequenzen der Pandemie als wenig oder gar nicht digitalisierte Einzelhändler. „Die Tech-Handels-Giganten wie Amazon, Zalando & Co. sind für den Einzelhandel eine große Herausforderung, das hat sich während des Lockdowns noch einmal eindrücklich gezeigt. Lebensmittel, Medikamente oder Drogerieartikel – alles lässt sich heute bequem online bestellen. Deshalb sollten Händler die Chancen der Digitalisierung jetzt ergreifen“, erklärt Jörg Frey, Geschäftsführer bei Lexware. „Das heißt nicht zwingend, einen eigenen Onlineshop aufbauen zu müssen. Das stationäre Einkaufserlebnis kann durch die Digitalisierung interner Prozesse wie Buchhaltung oder Kundenmanagement, die Implementierung zeitgemäßer Kassensysteme und Bezahlmethoden oder Social-Media-Präsenzen verbessert und ergänzt werden.“ 

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