Kind + Jugend

Der Handel profitiert vom Babyboom

Die Kölner Messehallen werden wieder bunt! Über 1.200 Aussteller treffen sich vom 14. bis 17. September auf der Kind + Jugend. Im Zuge der bereits im vergangenen Jahr angekündigten Erweiterung der Ausstellungsfläche von 100.000 qm auf 110.000 qm erfolgt eine neue Verteilung der Produktsegmente mit dem Ziel, die gesamte Wegeführung für die Fachbesucher zu verbessern.

Auf der heutigen Wirtschaftspressekonferenz verkündet die Koelnmesse positive Zahlen. Der Babyboom in Deutschland ging auch 2016 weiter und befeuerte die Umsätze der Baby- und Kinderausstatter, so der der Bundesverband des Deutschen Spielwaren-Einzelhandels e.V. (BVS). Die Eltern gaben im vergangenen Jahr für ihre Kleinsten in den ersten drei Lebensjahren nach Einschätzung des IFH Retail Consultants 2,5 Mrd. Euro und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr aus.

Was den Markt der Kinderwagen angeht, stehen hochwertige Kinderwagen mit gedeckten Farben weiter hoch im Kurs. Laut Interconnection Consulting kauften die Deutschen 2016 insgesamt 774.200 Kinderwagen inklusive Buggys (+2 Prozent). Auch der Markt der Autokindersitze wuchs zuletzt: Die Deutschen kauften laut Interconnection Consulting rund 2,4 Mio. Autokindersitze (+2 Prozent). Im Trend sind weiter rückwärtsgerichtete Autokindersitze mit besserem Aufprallschutz.

Der Umsatz der deutschen Möbelindustrie lag laut dem Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) im Jahr 2016 bei 18 Mrd. Euro. Anteilig produzierte die deutsche Möbelindustrie 2016 Kindermöbel im Wert von 2,4 Mrd. Euro. Hinzu kamen Importe im Wert von 1,7 Mrd. Euro. In der Summe ergibt sich ein Umsatzvolumen für Kindermöbel von 4,1 Mrd. Euro im Jahr 2016 und ein Möbelhandelsumsatz in Deutschland von 4,5 Mrd. Euro. Damit ist jedes achte in Deutschland produzierte Möbel ein Kindermöbel. Ins Ausland gehen deutsche Kindermöbel kaum, wenngleich es Unternehmen gibt, die gute Exporterfolge erzielen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der verkauften Kindermöbel damit leicht gestiegen. Etwas zugenommen hat ebenfalls die Importware, so dass der Bereich Kinder- und Jugendmöbel ein wachsendes Segment darstellt. Die Zukunftsaussichten auf dem deutschen Markt sind positiv: Mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent an Neugeborenen im Jahr 2015 entwickelt sich die Zielgruppe moderat wachsend. Für 2016 und das laufende Jahr wird ebenfalls eine leichte Steigerung erwartet. Entscheidend für den Erfolg der deutschen Möbelindustrie wird weniger die Zielgruppenmenge sein als vielmehr, dem Importdruck standzuhalten.

Um dem zunehmenden Trend hin zu Digitalisierung in der Branche Rechnung zu tragen, bietet die Kind + Jugend in diesem Jahr darüber hinaus mit dem „Connected Kidsroom“ in Halle 11.1 eine eigene kleine Produktwelt, die die Themen Digitalisierung, digitale Helfer und smarte Produkte an einem zentralen Ort bündelt. Die Besucher können sich hier von der digitalen Waage oder Schlafampel, über App-gesteuerte Pulsmesser und Baby-Videophone bis hin zu Heizungssteuerung oder Überwachungskamera informieren. Darüber hinaus gibt es mit dem neu geschaffenen Design Hotspot „#Designfocus“ in Halle 11.1 nun einen eigenen Bereich für designorientierte Produkte wie Möbel, Teppiche, Tapeten und Dekorationsartikel internationaler Hersteller und Newcomer.

Diese Seite teilen