Fachverband der Holzindustrie Österreich

Corona-Krise und Waldschäden

Einbrüche in den Export- und Absatzmärkten, fehlende grenznahe Schlüsselarbeitskräfte, Einschränkungen beim Gütertransport von Holzprodukten und damit verbundene Produktionsrückgänge – so kann die aktuelle Situation der österreichischen Holzindustrie und deren prekäre Auswirkungen der Corona-Krise beschrieben werden. Nun kommt in den nächsten Wochen und Monaten eine Mehrfachbelastung durch eine Schadholz-Krise hinzu. Die Holzindustrie und die gesamte Wertschöpfungskette Holz werden auf eine harte Probe gestellt, die ohne Unterstützung schwer zu schaffen ist, teilt der Fachverband der Holzindustrie Österreichs mit.

Mittlerweile seien mehr als 1.200 Betriebe mit rund 26.000 Mitarbeitern der Holzindustrie bedroht. Ein Ausfall der Säge- und holzverarbeitenden Industrie hätte besorgniserregende Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette. „Die Kombination aus Corona-Krise gekoppelt mit einer Schadholz-Krise, bedingt durch den Borkenkäfer, stellt die Holzindustrie vor eine immense Herausforderung“, so Herbert Jöbstl, Sprecher der Österreichischen Sägeindustrie im Fachverband der Holzindustrie Österreichs. „Wir stehen derzeit vor einem riesigen Dilemma. Durch den Corona-Virus haben wir aufgrund ausfallender grenznaher Schlüsselarbeitskräfte und den fehlenden Absatz- und Exportmärkten stark eingeschränkte Produktionen. Gleichzeitig wird in der kommenden Zeit von der heimischen Holzindustrie erwartet, die massiven Schadholzmengen weiterzuverarbeiten. Ohne entsprechender Unterstützung wird das nicht möglich sein“, ergänzt Jöbstl. Aufgrund des starken Schneebruchs im vergangenen Winter und den warmen Temperaturen rechnen Experten in den kommenden Monaten erneut mit massiven Borkenkäferschäden. Diese werden vor allem vorbelastete Regionen in Oberösterreich und insbesondere das Waldviertel in Niederösterreich treffen.

Zur Aufrechterhaltung der Holzindustrie und einer maßgeblichen Entlastung in der Schadholzproblematik appelliert die Holzindustrie an die Politik. „Wir brauchen einen gesicherten freien Grenzverkehr, für unsere Schlüsselarbeitskräfte und auch für unsere Güter. Um es mit den Schadholzmengen aufnehmen zu können, fehlen uns aktuell noch geeignete Rahmenbedingungen und Förderungen im Bereich Transport und Logistik.“ betont Jöbstl. Entlastungen der Transportkosten durch Subventionierungen, eine Erhöhung auf 50-Tonnen für Rundholztransporte ohne Kilometerradiuseinschränkungen, die Optimierung der Verladung auf die Bahn und der Ausbau des Kernnetzwerks der RCG wären wirksame Maßnahmen.

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