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2007 gab es noch 2.265 Vollsortimenter, 2017 nur noch 1.792. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 20 Prozent.
10.01.2018 12:06 Uhr

BBE Handelsberatung "Die Branche hat mit strukturellen Problemen zu kämpfen"

„Trotz der guten konjunkturellen Situation ist der stationäre Möbelhandel mit Umsatzeinbußen konfrontiert“. Sebastian Deppe, Mitglied der Geschäftsleitung der BBE Handelsberatung, konstatiert kurz vor der „imm cologne“, die kommenden Montag startet, dass der Möbelhandel mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat. Laut einer aktuellen Hochrechnung von IFH Köln in Kooperation mit der BBE sank der Gesamtumsatz des Möbelmarkts – Wohnmöbel inklusive Küchen ohne Kücheneinbaugeräte – 2017 im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozent auf rund 20,2 Mrd. Euro. Auch die Kundenfrequenz habe abgenommen. Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort. 

Unmittelbare Ursache der Umsatzeinbußen im stationären Möbelhandel sei der Frequenzrückgang. Die Gründe hierfür liegen einerseits in einer gedämpften Nachfrage, andererseits nutzen immer mehr Kunden auch für den Möbelkauf das Internet. „Eine erste Analyse der Umsatzentwicklungen über alle Betriebstypen zeigt, dass unprofilierte oder rein analog operierende Unternehmen stärker verlieren als profilierte oder online aktive“, sagt Deppe. Eine besonders große Rolle spielt dabei die digitale Sichtbarkeit. Aktuellen Befragungen zufolge besuchen Kunden, die Möbel im stationären Handel kaufen, im Schnitt lediglich zwei Verkaufsstellen. „Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Produktinformationen und Auswahl zunehmend online recherchiert werden. Der Besuch im Möbelgeschäft dient dann nur noch dem Kauf.“ 

Der Eindruck einer Krise im stationären Möbelhandel bestätige sich zudem mit Blick auf die Entwicklung der Zahlen der vergangenen zehn Jahre: 2007 gab es noch 2.265 Vollsortimenter, 2017 nur noch 1.792. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 20 Prozent. Im selben Zeitraum stieg die Anzahl der Wohnkaufhäuser mit Verkaufsflächen von mindestens 20.000 qm lediglich um ungefähr acht Prozent, und zwar von 198 auf 215. „Das Wachstum in der Großfläche kann die Verluste der klassischen mittelständischen Vollsortimenter nicht kompensieren. Wir beobachten eine Konzentration der Marktteilnehmer und eine Flächenreduktion im stationären Möbelhandel. Dies liegt daran, dass nicht filialisierte Einzelhändler zunehmend von Filialisten übernommen werden. Auch geht die Zahl der Neugründungen zurück“, erläutert Deppe.

Die BBE Handelsberatung geht davon aus, dass die strukturellen Veränderungen auf dem deutschen Möbelmarkt mit Preiswettbewerb, Frequenzrückgang und Konzentration auf allen Wertschöpfungsebenen auch 2018 bestimmend sein werden. „Da sich die Entwicklung des stationären Möbelhandels 2017 von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt zu haben scheint, ist es unwahrscheinlich, dass eine weitere positive Wirtschaftsentwicklung im nächsten Jahr den stationären Möbelhandel positiv beeinflussen wird.“

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