Europa Konsumbarometer 2014

31 Prozent der Verbraucher wollen Möbel kaufen - 75 Prozent davon am liebsten stationär

Im Fokus des diesjährigen "Europa Konsumbarometer 2014", eine Studie der Commerz Finanz GmbH, steht die Verknüpfung von digitalen und stationären Verkaufskanälen. Denn auch bei Möbeln zeigt sich, dass die Europäer einen fließenden Übergang von On- und Offline wünschen. So erwerben 40 Prozent ihr Produkt im stationären Handel, nachdem sie sich vorher im Internet informiert haben. Umgekehrt lassen sich nur neun Prozent der Kunden im Laden beraten, um anschließend im Internet zu kaufen ("Showrooming"). Kleinere Möbelgeschäfte können die Vorzüge der virtuellen Einkaufswelt beispielsweise durch eine digitale Erweiterung (Medienstationen, digitale Produktregale) des Angebots sinnvoll einsetzen.

36 Prozent der Deutschen und 31 Prozent der Europäer planen, im laufenden Jahr einen Einrichtungsgegenstand zu kaufen. Damit belegen Möbel den vierten Platz auf der Anschaffungsliste - noch vor Smartphones.

Online erwarben zuletzt 22 Prozent der Deutschen ein Möbelstück (Europa: 17 %). Fast jeder Dritte (31 %) nutzte dafür die Website eines Fachhändlers. Im Gegensatz zu anderen Branchen werden diese Artikel im Netz vermehrt gebraucht (22 %) oder per Gruppenkauf bestellt (18 %). Gerade im Möbelsektor ist das direkte haptische Erleben der Produkte für die finale Entscheidung wesentlich. Die Kunden wollen die Ware sehen, anfassen und ausprobieren. Aus diesem Grund bestellen 75 Prozent der Verbraucher nicht im Internet - hier liegt die Branche an der Spitze. Somit sind für die europäischen Verbraucher lokale Geschäfte weiterhin die erste Wahl. 39 Prozent der Deutschen glauben aber, dass der Beratungsbedarf vor Ort in Zukunft sinken wird (Europa: 31 %).

Die Schnelligkeit, die die Europäer vom Internet kennen, fordern sie auch im traditionellen Handel. Der Aufwand, ein lokales Geschäft aufzusuchen, muss sich lohnen. Händler können durch Angebote, wie die Möglichkeit zur Rückgabe gebrauchter Artikel (79 %) oder die persönliche Gestaltung von Produkten (64 %), Anreize schaffen, um Kunden gezielt zum Ladenbesuch zu veranlassen. Generell erwarten die Europäer ein individualisiertes Einkaufserlebnis. Reservierbare Kundenparkplätze (61 %), gesonderte Drive-in-Abholstationen (73 %) sowie Kinderbetreuungs- (57 %) und Freizeitangebote (47 %) sorgen für Kaufimpulse und Frequenz.

Einkaufen darf künftig auch unterhaltsam und originell sein - solange der Mehrwert für den Kunden deutlich wird. Nicht alle Technikspielereien sind jedoch erwünscht. Entscheidend ist der Nutzen digitaler Innovationen. Zeitgemäße Konzepte zur Kundenansprache sollten nicht nur schnell, günstig und bequem sein, sondern auch Trends wie Nachhaltigkeit und Personalisierung aufgreifen.

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