BSH Hausgeräte

13,4 Mrd. Euro Umsatz in schwierigem Umfeld

Acht Jahre zeigte die Umsatzkurve bei BSH Hausgeräte konstant nach oben. Im Geschäftsjahr 2018 erreichte der Konzern mit 13,4 Mrd. Euro zwar den zweithöchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte, doch wechselkursbereinigt entspricht dies gerade mal einem Prozent Plus. Auf Euro-Basis bedeutet dies sogar einen Rückgang um 3,2 Prozent.

Dabei ist die Entwicklung in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich: Während der Umsatz in Nordamerika (+2,5 Prozent) und Asien-Pazifik (+11,3 Prozent) positiv tendierte, machten sich insbesondere in der Region T-MEA-CIS (Türkei, Naher Osten, Afrika, Russland und GUS- Staaten) deutliche Wechselkurseffekte bemerkbar, die zu einem Umsatzrückgang von 16 Prozent führten (+3,7 Prozent auf Basis der lokalen Währung). In der Region Greater China (China, Hongkong, Taiwan) ist die BSH weiterhin der größte nicht-chinesische Hausgerätehersteller. Eine verminderte Nachfrage nach Konsumgütern sowie die Unsicherheit durch den Handelsstreit mit den USA belasteten jedoch die Umsatzentwicklung (-5,7 Prozent). In der Region Europa konnte die BSH ihre Position als Marktführer behaupten und die rückläufige Nachfrage der Konsumenten relativ gut auffangen. In vielen Ländern Osteuropas sowie in Frankreich, Italien und den Niederlanden konnte die Gruppe dabei ihre Marktanteile im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern. Die Situation insbesondere in Deutschland (ca. -2 Prozent) und Großbritannien belastete hingegen den Schnitt in Europa, sodass dieser in Summe knapp unter dem Vorjahresniveau blieb (-1,2 Prozent). Insgesamt verzeichnet die BSH zum Jahresende 2018 einen stabilen Beschäftigungsstand mit weltweit rund 61.000 Mitarbeitern.

„Nach acht Jahren mit starkem Wachstum haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr spürbar verändert: Die Entwicklung unserer Märkte ist volatiler geworden, gleichzeitig sehen wir einen stark zunehmenden Wettbewerb aus Asien sowie Herausforderungen und Veränderungen im Handel“, sagt Karsten Ottenberg, Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung. „In diesem Umfeld hat sich die BSH gut behauptet und mit unserer Hardware+ Strategie adressieren wir für die Zukunft die richtigen Themen.“

Auch im vergangenen Jahr steigerte die BSH ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich. Dabei standen weiterhin digitale Technologien und Innovationen, wie z. B. „Home Connect“ oder die „Digital Business Unit“ im Fokus. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der "SystemMaster". Der neue Mikroprozessor und seine einheitliche Softwarearchitektur ermöglichen es Konsumenten, auf ihren vernetzten Hausgeräten digitale Services zu nutzen, Apps und Programme herunterzuladen sowie Software zu aktualisieren. Das "neue Gehirn" wird ab 2020 als einheitliche Steuerungseinheit in jedem BSH-Hausgerät stecken. Investiert wird daneben auch in den Eintritt in Schwellenländer, beispielsweise Indien, wo das Unternehmen demnächst einen besonders effizienten Kocher anbieten will, der ohne Strom bzw. Gas funktioniert. Im vergangenen Jahr hat der Hausgerätehersteller neben den 5 Prozent des Gesamtumsatzes für Forschung und Entwicklung auch 619 Mio Euro (4,6 Prozent des Gesamtumsatzes) für Investitionen in die Produktionsstandorte aufgewendet.

Um seine Entwicklung zum "Hardware+ Unternehmen" weiter zu beschleunigen, hat die BSH im vergangenen Jahr die Digital Business Unit gegründet. Aktuell läuft in dieser Einheit sowohl das "Future Home Accelerator"-Programm, das die BSH gemeinsam mit dem Start-up-Spezialisten Techstars ins Leben gerufen hat, als auch die BSH Venture Client Initiative BSH Startup Kitchen. Das Accelerator-Programm dient in erster Linie dazu, innovative digitale Services für Konsumenten in Zusammenarbeit mit ausgewählten Start-ups zu entwickeln.

Einen umfassenden Bericht über die BSH-Bilanz und -Strategien lesen Sie in der Mai-Ausgabe der „möbel kultur“.

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