MHK Group

131 Mio. Euro an die Mitglieder – und ein Bündel Adhoc-Maßnahmen

Eine Pressekonferenz ganz im Zeichen der Corona-Krise führte heute die MHK Group durch - online als Video-Streaming. Live aus Dreieich wurden, wie sonst im Rahmen der Hauptversammlung üblich, die wichtigsten Informationen an die Medien weitergegeben: von der Bilanz 2019 über die Gewinner des „Goldenen Dreiecks“ bis zur aktuellen „Corona-Hilfe“.

Zunächst also die Zahlen: 6,642 Mrd. Euro Außenumsatz stehen in der Bilanz 2019 - das sind 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland kam das Umsatzwachstum auf 4,338 Mrd. Euro (+9,8%). Auch im Ausland – mit Deutschland, Belgien, Großbritannien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Spanien ist die MHK Group in insgesamt acht Ländern vertreten – konnte sich die Gruppe mit einem Wachstum von 11,8 Prozent auf 2,304 Mrd. Euro deutlich über Marktniveau behaupten. Zum Jahresende 2019 gehörten dabei 3.264 Unternehmen (+173) der Verbundgruppe an. Auch der Jahresstart im Januar/Februar 2020 verlief noch vielversprechend mit insgesamt 11,4 Prozent Umsatzplus. Mit 70 Prozent Anteil bleibt das Thema Küche trotz der Ausdehnung in andere Gewerke das Kerngeschäft.

Besonders hoch fällt in diesem Jahr die Gewinnausschüttung an die Gesellschafter aus. Insgesamt kann die Gruppe 131,3 Mio. Euro an ihre Gesellschafter auszahlen (in Deutschland sind es allein 91,3 Mio. Euro). Das sind 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. „Damit profitieren unsere Gesellschafter so stark wie noch nie von der Kraft der Gemeinschaft“, betonte der Vorstandsvorsitzende Hans Strothoff.

Für Wachstum im Verbund sorgten wiederum die Sanitärspezialisten von Interdomus Haustechnik, die jetzt 1.204 Mitglieder hat. Aber auch Reddy hat sich im 25. Jahr des Bestehens gut gehalten: Die Zahl der Partner wuchs im In- und Ausland auf insgesamt 82. Während der Durchschnittswert der Küchen bei den Franchisenehmern um 3,89 Prozent auf 8.116 Euro kletterte, lag der Wert bei den Musterhaus Küchen Fachgeschäften mittlerweile bei 14.132 Euro (+2,77 Prozent).

Im Mittelpunkt der weiteren Ausführungen stand natürlich die „Corona-Hilfe“, die bereits in der letzten Woche angekündigt wurde. Dazu erklärte MHK-Vorstand Kirk Mangels noch einmal im Detail, wie die Verbandszentrale im 3-Phasen-Modell und einer Taskforce, die sich aus allen Experten der Gruppendienstleistungen zusammensetzt, die Aufgaben zur Krisenbewältigung in Angriff nimmt. Zum einen geht es darum, die Liquidität durch alle verfügbaren finanziellen Ressourcen zu nutzen, wozu die MHK schnelle Hilfe u. a. durch die täglichen „Corona-Hilfe“-Newsletter, gebündelte FAQs auf der Website oder persönliche Beratung durch die Cronbank Mitglieder leistet. Wobei die meisten Informationen für die gesamte Branche zur Verfügung stehen. Erstmals gibt es nun auch unterjährig, spätestens im September, eine Teilausschüttung der Gewinne und Boni. Neben der Phase "Beruhigung und Aufklärung" sowie den umfassenden Kommunikationsmaßnahmen wird die dritte Phase als „Anpassung der Customer Journey“ definiert. Hierunter sind die digitalen Mittel gefasst, die schon länger in der Entwicklung sind und deren Einsatz nun beschleunigt wird. Ganz nach dem Motto „Krise als Chance nutzen“ stehen dabei die Möglichkeiten u. a. von Carat im Mittelpunkt, den kompletten Verkauf online abzuwickeln: von der Aufmaß-App „Easy Room“ über die Installation von Videokonferenz-Lösungen für die Küchenplanung mit Screensplitting bis zur Bestellung und Finanzierungsangeboten. Weil die Maßnahmen nur dann erfolgreich sind, wenn sie optimal eingesetzt werden, sind Onlineschulungen und Webinare zur Weiterbildung in diversen Bereichen ebenfalls Teil des umfassenden MHK-Hilfsprogramms. Ziel sei es, so Mangels, daraus auch langfristig einen digitalen Wettbewerbsvorsprung zu generieren.

Eine Prognose für das Krisenjahr 2020 wollte Strothoff zwar nicht abgeben, doch der Verband macht sich keine Illusionen, selbst wenn verstärktes Homing und Zuhause-Kochen die Wertschätzung der Küche unterstützen. „Die Einrichtungsbranche könnte besonders profitieren, aber es bleibt die Frage, ob alle überleben können und wie hoch die Einkommenseinbußen sind,“ gab Strothoff zu bedenken und ist sich sicher „dass das Tal der Tränen kommen wird“. Im Falle reduzierter Nachfrage und Liefereinstellungen ist letztlich auch die MHK-Zentrale in Dreieich selbst betroffen und bereitet sich bereits auf Kurzarbeit vor. „Aber wir werden das Kurzarbeitergeld auf 100 Prozent aufstocken“, verspricht Strothoff, "damit kein Mitarbeiter finanzielle Einbußen hinnehmen muss".

Die nächste reguläre Hauptversammlung soll vom 23. bis 24. April 2021 stattfinden. Weitere Informationen zur Pressekonferenz, insbesondere zu den Gewinnern des "Goldenen Dreiecks" lesen Sie in der April-Ausgabe der "möbel kultur".

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