Nachwuchskräfte fallen nicht vom Himmel

Was die Möfa tun kann - und was Unternehmen tun sollten: Ein Gespräch

PR-Gruppe: Sie sind seit über 15 Jahren intensiv in der Möfa-Studienberatung engagiert. Wie beurteilen Sie die Chancen der Einrichtungsbranche, auch in Zukunft qualifizierte Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen?
Lange: Ich sehe da einige dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Die Einrichtungsbranche ist zwar attraktiv und sie hat die Möfa. Aber das Potenzial an jungen Menschen mit klaren Zielen ist durchaus nicht unendlich. Zudem konkurrieren alle Ausbildungsberufe und Branchen um den Nachwuchs. Deshalb ist es eine echte Herausforderung, die richtigen Leute zu finden.

PR-Gruppe: Und das macht Ihnen Sorgen?
Lange: Wir sollten auf andere Branchen und Berufe schauen: Nicht nur der Lebensmittelhandel, sondern fast alle Berufe werben mit attraktiven Ausbildungsmodellen. Das hat natürlich seine Gründe. Stets geht es letztlich darum, mit leistungsfähigen Nachwuchskräften den Schlüssel zur Wettbewerbs­fähigkeit dauerhaft in der Hand zu behalten. Junge Leute absolvieren heute das Fachabitur oder Abitur. Sie wollen studieren, wünschen sich Fortbildungsangebote und Karrierechancen. Wer das ignoriert, steht in ein paar Jahren ohne tüchtige, junge Mitarbeiter da.

PR-Gruppe: Wie unterstützt die Möfa die Unternehmen der Einrichtungsbranche bei der Sicherung des Branchennachwuchses?
Lange: Die Möbelfachschule bietet attraktive Fortbildungen mit engem Branchenbezug. Die Abschlüsse ­eröffnen neben ausgezeichneten Beschäftigungschancen in der ­Branche auch Perspektiven für den Einstieg in weitergehende Studien in Innenarchitektur und BWL. ­Unsere Fachberufsschule für den ­Möbel- und Kücheneinzelhandel steht der Branche ebenso zur Verfügung wie eine vollschulische Erst-Ausbildung.

PR-Gruppe: Wo hakt es dann?
Lange: Manche Unternehmen denken, es gehe so weiter wie in den letzten Jahrzehnten: Wenn man eine Fachkraft braucht, dann ruft man bei der Möfa an. Nur: Wir können ja nur diejenigen aus- und fortbilden, die sich bei uns anmelden. Wir versuchen bereits, in Handwerk und Handel Nachwuchs für die Einrichtungsbranche zu gewinnen, aber das genügt nicht. Daher haben wir einige interessante Modelle für Unternehmen und aufgeschlossene junge Leute entwickelt.
PR-Gruppe: Und für diese Angebote wünschen Sie sich eine noch stärkere Resonanz?
Lange: Richtig. Bisweilen ist bei den Unternehmen die Sorge spürbar, in Mitarbeiter zu investieren, die sich dann anders orientieren. Dies aber ist durch eine Rückzahlungsverein-barung im Rahmen des von uns vorgeschlagenen Trainee-Modells weitgehend ausgeschlossen. So haben beide Seiten Sicherheit.

PR-Gruppe: Wie sieht diese Regelung genau aus?
Lange: Unternehmen und Trainee schließen einen Vertrag über zum Beispiel 24 Monate ab. Neun Monate Fortbildung an der Möfa als Einrichtung- oder Küchenfach­berater werden mit 1.000 Euro monatlich vergütet. Das reicht für Wohnheim, Förderverein und ­Taschengeld völlig aus. Diese 9.000 Euro holt sich das Unternehmen in den anderen 15 Monaten zurück, indem es zum Beispiel statt 3.000 Euro monatlich nur 2.400 Euro zahlt. Springt der Trainee ab, muss er die als Vorschuss gezahlten Gelder erstatten. Probezeit und Weiterbeschäftigung sind frei regelbar. Da die Möfa zertifiziert ist, kann unter bestimmten Umständen auch die Arbeitsagentur helfen.

PR-Gruppe: Ist diese Regelung erlaubt?
Lange: Ja, das Berufsbildungsgesetz verbietet dies nur für Ausbildungsverträge. Hier hilft es beiden Parteien. Der Trainee hat eine Sicherheit nach der Fortbildung, und wenn es passt, kann man ja beizeiten die Verträge anpassen und verlängern. So kann branchenfremder Nachwuchs, der schon eine Ausbildung abgeschlossen hat, in die Einrichtungsbranche integriert werden. Da in der Küchenbranche die Nachfrage nach unseren Ab­solventen enorm hoch ist, wollen wir ? vorausgesetzt, es gibt genügend Teilnehmer ? den Studiengang zum/zur Küchenfachberater/in auch mit Start im Sommersemester 2017 anbieten. Gerade hierfür sollten sich Unternehmen und Interessenten schnell bei uns melden.

PR-Gruppe: Und was ist mit den Schul­abgängern ohne Ausbildung?
Lange: Auch hierfür gibt es an der Möfa passgenaue Lösungen:
(Fach-)Abiturienten können ein Studium absolvieren. Sie erhalten eine anspruchsvolle Fachschulausbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt (Fachrichtung: Möbelhandel) und erwerben gleichzeitig den IHK-Abschluss Kauffrau/-mann im Einzelhandel. Dabei kann das Fachschulstudium auf ein anschließendes, auch berufsbegleitendes Bachelorstudium angerechnet werden. Der Nutzen für die Unternehmen liegt darin, dass man an Bewerber/innen herankommt, die man anders vielleicht nicht begeistern könnte. Zudem stehen die Auszubildenden während der Präsenzzeiten im Betrieb den Unternehmen voll zur Ver­fügung, da die Berufsschule in die Kölner Studiensemester integriert ist. Auch hier haben die Unternehmen viele Freiheiten der Vertragsgestaltung für die Zeit nach der IHK-Prüfung. Und für jüngere Leute mit mittlerer Reife bieten wir eine Kombination aus vollzeitschulischer Berufsausbildung als kfm. Assistent/in mit Fachhochschulreife-Prüfung an.

PR-Gruppe: Ihr Fazit?
Lange: Die Einrichtungsbranche muss aufwachen, es ist fünf vor zwölf. Der Wettbewerb um Nachwuchskräfte zwischen den Branchen ist in vollem Gange. Wer nichts tut, steht in wenigen Jahren ohne Nachwuchs da. Wir beraten gern jedes Unternehmen und jede(n) Bewerber/in, ob am Infotag (Samstag, 4. Februar 2017, 10?14 Uhr) oder nach Vereinbarung. Man kann auch gern bei uns ?Studieren probieren?, eine Mail an lange@moefa.de genügt.
Text und Foto: PR-Gruppe

Text und Foto: PR-Gruppe
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