Liebe auf den zweiten Blick

Wie Möbel faszinierend werden

Qualität wie vom Schreiner. Aber zum Möbelhaus-Preis!? Irgendwie hat man das schon einmal gehört. Wenn einem ein nur 2.000 qm großer Vollsortimenter aus einem oberbayrischen Städtchen namens Kolbermoor ein Begriff ist, so muss das schon seine besonderen Gründe haben. Und die hat es: Nur wenige Kilometer entfernt von der Kreisstadt Rosenheim, von den großen Platzhirschen der Region geradezu eingekesselt, behauptet sich seit vielen Jahren erfolgreich ?Möbel Krug?, ein mittelständischer ?Allrounder?, über dessen vorbildliches Marketing verschiedene Quellen schon häufiger berichteten.
Vieles wird positiv hervorgehoben: der gelungene Außenauftritt mit roter Hausfassade, Lichtstelen und großem Schaufenster, die Ausstellung mit viel Liebe zum Detail, das Sortiment mit anspruchsvollen Möbeln überwiegend aus deutscher Produktion, die Möglichkeit zu Sonderanfertigungen durch eine angeschlossene Schreinerei ? und nicht zuletzt ein konsequenter werblicher Auftritt mit dem Inhaber als Testimonial.
Seit drei Generationen kümmern sich die Krugs in Kolbermoor um schöne Möbel. Der Großvater fuhr vor knapp 90 Jahren seine Holzküchen noch persönlich mit dem Pferdefuhrwerk aus. Die Enkel sind in ihrem Herzen Schreiner geblieben, so sagt es die Website des Unternehmens. Zugleich sind sie heute aber auch Betriebswirte der Fachrichtung Möbelhandel. Sowohl der heutige Geschäftsführer Josef Krug als auch seine Frau haben vor etlichen Jahren an der Möfa studiert und sich dort kennengelernt. An Nachwuchskräften von der Möfa sind sie durchaus interessiert. Ganz aktuell besucht jetzt auch ihre Tochter Hanna Krug den dualen Studiengang zum staatlich geprüften Betriebswirt (Fachrichtung Möbelhandel).
Wie entwickelt sich eigentlich dieses Interesse für Möbel? Wo kommt es her? Ist es von vornherein da? Geschieht bei einem solchen ­Elternhaus alles fast zwangsläufig? ?Nein?, sagt Hanna Krug, ?natürlich kam ich mit dem Berufszweig Möbelhandel früh in Berührung. Aber auch wenn mich dieser inte­ressiert hat, konnte ich mir anfangs nicht vorstellen, in die Fußstapfen meiner Eltern zu treten.? Doch heute ist sie an der Möfa. Warum veränderte sich die Perspektive? ­Sabrina Schmill, ebenfalls angehende Betriebswirtin aus der gleichen Klasse, wollte das genauer wissen. Sie stellte einige neugierige Fragen und erhielt aufschlussreiche Antworten. Was sie dabei erfuhr, lässt sich weiter unten nachlesen.


Nach meinem Abitur 2013 trat ich für ein Jahr eine Au-pair-Stelle in London an. Meine Gastfamilie wohnte in dem wohl­habenderen Stadtteil Clapham. Neben dem Babysitten hatte ich noch sehr viel Freizeit. Deshalb fragte ich in der Nachbarschaft, ob ich dort noch weitere Kinder betreuen dürfe. So traf ich auf Doug Barber, der mein Angebot dankend annahm.
Eher beiläufig stellte sich heraus, dass Doug Inhaber der Barber Design Consultancy ist, die auf internationaler Ebene innovative Shopkonzepte erstellt und für diese schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Ich fand das interessant und hakte gleich nach. Doug erzählte von seinen aktuellen Projekten, etwa dem Shopdesign für die Modegeschäfte ?High & Mighty? und ?Simply Be?, von der Entwicklung einer Apotheken-Kette in Afrika und der Gestaltung des Plaza Terminals für Kreuzfahrt-Schiffe in Hongkong. Das klang alles so spannend, dass ich Doug Barber sofort fragte, ob ich bei ihm ein Praktikum machen dürfe. Ich durfte!
Nun hatte ich eigentlich gar keine Vorerfahrungen. Ich wusste nicht, was mich erwartete. Ich kam gerade von der Schule, die gesamte Geschäftswelt war also neu, zugleich aber auch absolut spannend für mich. Ich ging sehr offen an das Praktikum heran und wurde nicht enttäuscht.
Das kleine Team, welches aus Doug und vier freischaffenden Industriedesignern bestand, hieß mich wirklich herzlich willkommen. Ich war sofort Teil dieses Teams und in die Arbeitsprozesse integriert. Für die geplanten Shopkonzepte recherchierte ich nach Möbeln, Lampen und Tapeten. Ich habe Präsentationen für die Meetings erstellt, dabei Fotoshop-Renderings gefertigt und sogar kleine Animationen kreiert. ?Learning by doing?: Wenn etwas schwierig wurde, konnte ich immer nachfragen. Alles wurde mir ausführlich erklärt. Wenn man zudem für Telefonate und Akquise zuständig ist, verliert man schnell seine Hemmungen.
Sicherlich war es eine gute Entscheidung von mir, zu Beginn meines Auslandsaufenthalts einen Business-Englisch-Kurs an der Sprachschule zu absolvieren. Jetzt konnte ich leichter ins kalte Wasser springen. Außerdem hat mir die unkomplizierte Art des Umgangs miteinander geholfen, unverkrampft mit den so erfahrenen und wissenden Leuten dieser Design-Agentur zusammenzuarbeiten.
Man wächst mit den Aufgaben. Es hat mich gefreut, dass ich an Video-Meetings mit internationalen Kunden teilnehmen durfte. Oder dass sich der Geschäftsmann aus Hongkong auch mal mit der Praktikantin unterhielt. Es sind eben alles nur Menschen. Das ist eine erdende Erfahrung, die Hemmungen abzubauen hilft. Zur Agentur in London habe ich immer noch Kontakt.
Vor allem aber habe ich gelernt, dass es vielfältige Tätigkeitsbereiche rund um Möbel gibt. Deshalb lasse ich mich heute im Rahmen des dualen Studiengangs an der Möfa zur Betriebswirtin mit der Fachrichtung ?Möbelhandel? ausbilden. Nach wie vor macht es mir richtig Spaß, immer wieder lebensnahe Erfahrungen zu sammeln. Deshalb bin ich froh, mit dem ?COR interlübke Studio Köln by Vianden? einen betrieblichen Ausbildungspartner gefunden zu haben. Gerade durch die Eindrücke, die ich hier sammle, weiß ich heute: Der Möbelhandel ist das Richtige für mich!

Text: Sabrina Schmill, Hanna Krug, PR-Gruppe, Foto: Hanna Krug
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Nun ist es bald so weit ? die Tage, auf die ich während der Schulzeit und doch auch immer wieder während des Studiums hingefiebert habe, nahen mit großen Schritten.

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