"Jeder kann mit jedem"

Marcus Ruppert (IWOfurn) zu Gast an der Möfa

Stellen Sie sich vor, der Kunde kommt gut gelaunt ins Einrichtungshaus, sucht sich nach sorgfältiger Beratung Ware aus, möchte diese aber in einer anderen Ausführung, Farbe oder Größe haben. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo die Daten vom Planungssystem in die Warenwirtschaft übertragen werden müssen. Der Verkäufer geht die einzelnen Positionen durch, der Kunde geht inzwischen vielleicht Kaffee trinken und Kuchen essen. Er bekommt zunächst gar nicht mit, dass sich der Lieferant später über fehlende Bezeichnungen ärgert, dass Klärungen nötig werden und Auftragsbestätigungen geprüft und angenommen werden wollen. Vielleicht wundert sich unser Kunde aber über erneute Rückfragen des Händlers, vielleicht ärgert er sich über zeitliche Verzögerungen.
Wieso nicht alles automatisieren? Das fragte im Möfa-Branchenforum Marcus Ruppert, Projektmanager der IWOfurn Service GmbH. Kernanliegen von IWOfurn ist es, Unternehmen, Informationen und Prozesse effizient miteinander zu verbinden. Die IWOfurn Service GmbH fungiert als eine Art Bindeglied zwischen allen Branchenteilnehmern und deren Softwarelösungen. Ein Internetportal hilft, "die vorhandene Infrastruktur und Software in Handel und Industrie miteinander zu vernetzen". "Jeder kann mit jedem", so lautet die Devise. Ziel sei es, Prozesse der Auftrags- und Kaufabwicklung zu automatisieren und somit den Faktor Zeit drastisch zu mini­mieren.
Die Zeitersparnis wird unter anderem sowohl durch den Wegfall der manuellen Datenbearbeitung der Aufträge als auch der Kaufabwicklungen hervorgerufen. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen nimmt oft die Bearbeitung und Prüfung der Aufträge wertvolle Zeit in Anspruch. Das gilt ebenso für die Kunden-, Lieferanten- und Artikelstammdatenpflege. Denn gerade in der Einrichtungsbranche ist die stetige Aktualisierung der Kataloge vonnöten.
Doch wie genau funktioniert das vorgestellte Webportal? Ganz einfach: Der Händler stellt die Kunden- und Planungsdaten im Internetportal ein. Dort werden diese Daten in das Format des Lieferanten konvertiert, sodass der Lieferant das Hinterlegte sofort bei sich in die Software importieren kann. Gleiches geht auch umgekehrt: Wenn der Auftrag vom Hersteller bearbeitet und eine Auftragsbestätigung erstellt wurde, wird diese ebenfalls in das Webportal gestellt, konvertiert und steht nun dem Händler zum Abruf bereit. Eine lästige und auch kostenintensive Schnittstelleneinrichtung entfällt. IWOfurn Service GmbH bietet zudem die Möglichkeit, die Planung im 2 D-Planer wiederzugeben. Viele weitere Prozesse werden dem Händler abgenommen.
Dass dieses Konzept erfolgreich funktioniert, zeigen die ­aktuellen Zahlen: Nach eigenen Angaben beträgt die Wachstumsrate jährlich rund 40 Prozent. Über 700 Lieferanten und 250 Händler haben sich in 22 Ländern inzwischen dem Verbund angeschlossen. Bis zum Ende dieses Jahres rechnet man mit einer Gesamtbearbeitung von rund 5,6 Millionen Transaktionen - und das Unternehmen wächst weiter. Wer setzt schon gerne seine Sekretärin vor die Tür, mit der er seit 30 Jahren zusammenarbeitet? Marcus Ruppert formulierte selbst diese ­Frage, warb aber selbstverständlich dennoch für ein Verfahren, das Kosten- und Arbeitsersparnis verspricht. Möfisten waren aufmerksame Zuhörer.

Text: Juliane Zimmer, Patrick Lorenz, Foto: Christian Gieraths
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