Zwei Quellen

Orte der Inspiration von Möfa-Dozent Michael Schröter

Dr. Michael Weide, Michael Schröter - einige Tausend Menschen verbinden recht viel mit diesen Namen. Es sind Menschen jüngeren oder auch mittleren Alters, vielleicht schon seit vielen Jahren im Berufsleben stehend, eventuell aber auch noch studierend. Erinnerungen beziehen sich auf erste intensive Lernerfahrungen an Zeichentischen oder Computern an der Möfa. Dort entwickeln Studierende darstellende Fähigkeiten, von der ers­ten Handskizze bis hin zur ausgefeilten Zentral- und Eckperspektive. Dort gewinnen sie das Gespür für die besonderen Anforderungen einzelner Räume, dort entfaltet sich die planerische Kompetenz.
Dr. Michael Weide und Michael Schröter sind bewährte Lehrkräfte im Unterrichtsbetrieb der Möfa. Schon seit den Studientagen an der Bergischen Universität Wuppertal miteinander bekannt, geben sie seit mehr als zwei Jahrzehnten ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Studierende der Fachschule weiter. Seit Sommer 2013 ist Dr. Weide offiziell im Ruhestand. Dennoch bleibt er seiner Schule verbunden und befasst sich weiterhin mit den Themen, die ihm auch Herzensangelegenheit sind.
Wir brechen auf zu einer kleinen Gedankenreise. Von der Möfa in der Millionenstadt Köln führt uns der Weg in eine winzige, nur 65 Seelen umfassende Ortschaft im Bergischen Land. Hase und Igel scheinen sich dort "Gute Nacht" zu sagen, von nahezu unbefahrenen Sträßchen aus sehen wir auf viel Fachwerk, bunte Gärten und saftige Wiesen. An einem ehemaligen Bürgermeisterhaus, heute denkmalgeschützt, machen wir Halt. Dort wohnen Michael Schröter und seine Frau, die Möfa-Dozentin Ute Brehm. "Hof Tüschenbonnen" heißt das Anwesen, das von einem großen Landschaftsgarten umgeben ist. Hier steht auch das Atelier Michael Schröters, in dem er seit 1985 ­freiberuflich als Grafiker und Künstler arbeitet.
Wer mit den verschiedenen dialektalen Einfärbungen unserer Muttersprache nicht ganz so vertraut ist, braucht für den Begriff "Tüschenbonnen" vielleicht eine Verständnishilfe. Übersetzt ergibt sich die Bedeutung "zwischen den Quellen". Das macht als allgemeine geografische Angabe sicherlich einen klaren Sinn. Irgendwie passt die Bezeichnung aber zugleich auch auf das Leben und Werk Michael Schröters. Aus mindestens zwei Quellen schöpft sein Tatendrang: dem pädagogischen Engagement für junge Wissbegierige ebenso wie dem künstlerischen Impuls, seine Umwelt mit besonders wachen Augen wahrzunehmen und eben diese Beobachtungen in eigenen Bildern meditativ zum Ausdruck zu bringen.
Seit Ende der 70er-Jahre nimmt Michael Schröter mit seinen Werken an Ausstellungen teil. Der Hof Tüschenbonnen selbst wird in jedem Frühjahr zur Open-Air-Galerie. Eine umfassende Werkschau mit über 100 Arbeiten aus drei Jahrzehnten bot jetzt die Galerie Meck im pfälzischen Örtchen Weisenheim am Sand. Vor Ort präsent: der Kollege und Freund Dr. Michael Weide. Als Laudator gewährte er den Zuhörern in einer bemerkenswerten Rede fachkundige Wahrnehmungshilfen. So konnte sich hören und sehen lassen, was bei dieser Veranstaltung herauskam. Großformatige Bilder wie der "Phönix aus Asche", drucktechnisch interessante Lithografien und Radierungen, aber auch Seriegrafien waren auf dieser eindrucksvoll präsentierten Werkschau zu sehen. Ein durchgehendes Thema in den ­Arbeiten Michael Schröters sind typografische Elemente, die die auf den ersten Blick oft abstrakt erscheinenden Bilder immer wieder mit einem Stück Realität ausstatten. Sie lassen Assoziationen an alte verwitterte Werbetafeln aufkommen oder wirken wie ein Blick von oben auf geografisch auffällige Formationen. Michael Schröter gelingt es immer wieder, Farben, Formen und Zeichen wechselseitig in einen größeren Kontext einzubinden. Es sind Bilder, die Sehlust vermitteln, weil sich zwischen den großen abstrakten Formen immer wieder kleine Details entdecken lassen. Faszination, auch beim wiederholten Blick auf das Bild, bleibt so erhalten.
Für den Betrachter wird klar: Hier steht ein Künstler und Lehrer mit festem Stand zwischen zwei Quellen. Wir wünschen ihm, dass er auch in Zukunft viel Wasser auf zwei verschiedene Mühlen gießen kann.

Text: Ute Brehm, Helmut Steinmetz, Foto: Michael Schröter
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