GLÜCKLICHES KLEEBLATT

Was das Unternehmen Scholtissek erfolgreich macht

Wir gleichen uns in vielen Punkten: ein kleines Team, eine gute Idee, nahezu eine Alleinstellung und - leider - nur ein kleines Budget für große Ziele. Möfa und Scholtissek gleichen sich: Wir könnten Freunde werden." ­Renate Möller, Tischlermeisterin, ­Innenarchitektin und Seele der Scholtissek GmbH, einer Manufaktur für edle Massivholzmöbel in der Nähe Osnabrücks, begrüßt herzlich ihre Gäste. Gut zwei Dutzend ­Dozenten aus der Fachschule des Möbel­handels stehen vor ihr und nicken ­zustimmend zu den freundlichen Worten der Begrüßungsrede.
Diese breite Zustimmung hat konkrete Gründe. Sie zu verstehen heißt, auf die wichtigsten Akteure des Unternehmens Scholtissek zu schauen: Neben Renate Möller ist da zunächst Reinhard Scholtissek, 72 Jahre. Wie seine Frau erwarb er sich eine umfassende berufliche Kompetenz im Themenfeld "Möbel" und "Einrichtung", ein Künstlertyp, der auch Designer, Maler, Bildhauer und Sammler ist. "Der Chef", nennt ihn Alexander Haas, "tatsächliche Größe: 168 cm, gefühlte Größe: 186 cm."
Alexander Haas und Eduard Schleich - das sind die beiden jüngeren Blätter in dem sympathischen Kleeblatt, das das Unternehmen Scholtissek leitet. Beide Männer, heute in den Lebensdreißigern, ­besuchten vor einigen Jahren die Möfa, absolvierten dort die Fortbildungen zum Einrichtungsfachberater oder zum Betriebswirt, führten sich dann erfolgreich bei ihrem heutigen Arbeitgeber ein und wurden für ihr außerordentliches Engagement mit beruflichem Aufstieg belohnt. Alexander Haas ist heute ­Vertriebsleiter des Unternehmens, charmanter Kommunikator, selbst­sicher und gewinnend zugleich im Auftreten; Eduard Schleich ist Rechner und Kalkulator, seit 2009 als Betriebsleiter tätig. Offen ist inzwischen davon die Rede, dass der endgültige Generationenwechsel im Unternehmen wohl in zwei bis drei Jahren vollzogen werden wird.
Träumt ein Dozent gelegentlich angenehm von seiner beruflichen Tätigkeit, dann kommen dort vielleicht nicht nur Studierende vor, ­deren Hirne auf mehr als den Energiesparmodus geschaltet sind. Zu den glücklichen Visionen gehören ­weiterhin Bilder vom beruflichen Erfolg ehemaliger Studierender, die hierfür "ihrer" Schule mit Sympathie verbunden bleiben. Die Ex-"Möfisten" Alexander Haas und Eduard Schleich stehen beispielhaft für diese Form menschlichen Kontakts. Sie haben inzwischen ihrer Schule viel zurückgegeben, luden Studierende zu Exkursionen ins Unternehmen ein, bestückten die Möfa zu Unterrichtszwecken mit den wunderschönen Scholtissek-Möbeln, von denen Schulleiter ­Dieter Müller gerne sagt, dass man stets den Impuls habe, über ihre Oberfläche streichen zu wollen.
Im Oktober gab es jetzt einen weiteren Höhepunkt dieser frucht­baren Verbindung zwischen Unternehmen und Fachschule: den Besuch des Lehrerkollegiums im "Wamhof", einem malerischen Fachwerk-Ensemble, in dem das Unternehmen seine Modelle präsentiert. Zunächst folgten die Dozenten im acht Kilometer entfernten Ostercappeln dem Weg des Holzes in der Fertigung. Später ließ man sich Besonderheiten und aktuelle Trends an den Ausstellungsmodellen erläutern. "Wir sind eine Manufaktur", unterstrich Ale­xander Haas, "bei uns sind es die Menschen, die das Produkt gestalten." Und erzählt von Kunden, die sogar aus der Schweiz anreisen, um sich im Osnabrücker Land ihre ­besondere Tischplatte auszusuchen. Was ist typisch für Scholtissek?
Welche neuen Entwicklungen sollte man beachten? Vor Ort gab es hierzu viele aufschlussreiche Antworten. Da sind etwa leichte, fast schwebend anmutende Tische, die durch ihr stark unterschnittenes Plattenprofil und angeschnittene Stollen auffallen. Tische in aus­gezogenem Zustand sind geadelt durch einen perfekten Eindruck, der unter anderem durch Einhandbedienung, lederunterlegte Griff­löcher und Edelstahl zustande kommt. Das magische Zauberwort aber lautet "Individualisierung". "Jedes Möbel, in jeder Holzart, in jeder Oberfläche, in jeder technisch machbaren Größe", das ist nach Alexander Haas die zentrale Botschaft von Scholtissek, mit der dem Kunden vermittelt wird, dass er keinen Kompromiss eingehen muss, wenn er sich für Möbel aus Ostercappeln entscheidet.
Vieles gäbe es noch zu erzählen, von den berühmten Schubkästen und Geheimfächern etwa, die selbst Fernsehsendern schon einen Bericht wert waren und sich un­versehens in manchem Möbel wiederfinden. Oder - weitaus wichtiger noch: von dem neuen Trend zu ­Vitrinen mit hinterlackiertem Glas, umgesetzt in einer Fortentwicklung des bewährten Modells "Delano". So etwas passt zu Häusern mit moderner Einrichtung. "Das ist Scholtissek ganz neu, das waren wir vorher nicht", unterstreicht Alexander Haas. Wieder einmal beweist das Unternehmen, dass es unverändert den Instinkt für das behält, was die Zeit fordert. Das Lehrerkollegium der Möfa bedankt sich für eine beeindruckende Gastfreundschaft und viele erhellende Eindrücke.

Text: Helmut Steinmetz, Foto: Christoph Lange, Michael Schröter, Helmut Steinmetz
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